Löningen/Tallinn - Die eine Läuferin, Talea Prepens U-23-Europameisterin mit der viermal 100-Meter-Staffel, ist gerade erst aus Tallinn (Estland) zurück, da tritt die andere mit Carolin Hinrichs (VfL Löningen) in Tallinn über 3000-Meter-Hindernis bei der U-20-Europameisterschaft an. Schon an diesem Donnerstag geht es für Hinrichs im Vorlauf um 9 Uhr hiesiger Zeit um die Final-Teilnahme (Samstag, 16.30 Uhr).
U-18-EM ausgefallen
Ein Saisonziel von Carolin Hinrichs (VfL Löningen) war eigentlich die Teilnahme über 2000-Meter-Hindernis bei der U-18-EM in Rieti. Doch dieser Traum zerplatze bevor die Bahnsaison überhaupt begonnen hatte, denn die Titelkämpfe wurden schon früh coronabedingt ersatzlos gestrichen.
Dann aber nahmen sie und ihr Trainer Armin Beyer die U-20-EM ins Visier. Sie stellten das Training im Hinblick auf die 3000-Meter-Hindernis um, und Carolin unterbot Mitte Juni in Dortmund bei ihrem ersten und bisher einzigen 3000-Meter-Hindernisrennen die Norm von 10:32,00 Minuten deutlich. Mit 10:20,35 Minuten überraschte Carolin alle und sie empfahl sich für eine Nominierung durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).
Schnell folgte dann die offizielle Bekanntgabe des 90-köpfigen Teams, das den DLV in Tallinn vertreten wird. Carolin ist als U18-Athletin noch eine der Jüngeren im Team. Im Feld der insgesamt 27 Teilnehmerinnen über 3000-m-Hindernis sind nur zwei Läuferinnen mit Jahrgang 2005 jünger als Hinrichs, die am 26. Januar 2004 geboren wurde.
Top Acht möglich
Einerseits kann Hinrichs wertvolle Erfahrungen auf internationaler Bühne sammeln. Anderseits ist aber auch der Einzug ins Finale ein realistisches Ziel. Wenn alles gut läuft, ist sogar eine Top-Acht-Platzierung möglich. Zunächst muss Hinrichs, die sich keinen Druck machen will, und es toll findet, überhaupt dabei zu sein, aber den Vorlauf an diesem Donnerstag überstehen.
Angesichts der gemeldeten Zeiten, sind für die mit der sechstbesten Zeit gemeldeten Löningerin die Chancen aufs Finale gut, auch wenn es hinter der Topfavoritin Gréta Varga (Ungarn, 9:50,63 Min.) und einzigen Läuferin unter zehn Minuten sowie der zwei Jahre ältern DLV-Nationalmannschaftskollegin Olivia Gürth (Diezer TSK Oranien, 10:03,19 Min.) das restliche Feld ziemlich dicht beisammen liegen dürfte.
Kräftige Unterstützung
Hinrichs, die in den letzten Trainingseinheiten viel Wert auf die Technik und den Laufrhythmus gelegt hat, wird auf jeden Fall kräftig unterstützt. Ihre Zwillingsschwester Sophie, ihre Eltern Elisabeth und Johannes und Vereinskollegin Sonja Richter reisen an und hoffen, ihr auch im Finale an diesem Samstag die Daumen drücken zu können. Dabei hofft Hinrichs, ihr Rennen ohne viel Rempeleien gestalten zu können. Und auch wenn es ein taktisches Rennen werden sollte, kann sich die 17-jährige Läuferin auf ihr Sprintvermögen dank gerne absolvierter 800-Meter-Läufe verlassen.
