Friesoythe - „Das ist eine gute Gelegenheit, Friesoythe kennenzulernen“, sagt Johanna Scheffler lachend und setzt sich in die Rikscha. „Hier kenne ich mich nämlich noch nicht so aus“, ergänzt die 90-Jährige, die mitten im Leben steht und schon viel erlebt hat. Und davon soll Susanne Kuch, die sie chauffiert, auf den anstehenden Kilometern noch so einiges hören. Mit Johanna Scheffler nehmen auch Helene Burrichter (88) aus Altenoythe und Peter Bergmann (69) aus Bösel an der Tour teil, die vom Malteser Hilfsdienst Friesoythe angeboten wird. „Anfragen haben wir reichlich und sind fast täglich unterwegs“, freut sich Stadtbeauftragter Gerd Dumstorff über die große Resonanz, die die neue Aktion erfährt.
Der Malteser Hilfsdienst sucht weitere Fahrerinnen und Fahrer, die ebenso wie ihre Insassen unfall- und haftpflichtversichert sind. Vor der ersten Tour steht eine Trainingseinheit an. Für Informationen steht der Malteser Hilfsdienst mit Stadtbeauftragten Gerd Dumstorff (04491/1307) und Marlen Schmidt (04491/4006310) zur Verfügung. E-Mails werden unter malteser.friesoythe@malteser.org entgegengenommen.
Viele Anfragen
Gerne würden die aktuell 15 Ehrenamtlichen allen Wünschen gerecht werden und neben Senioren der Friesoyther Tagespflege und des Elisabethhauses auch Bewohner des Altenoyther „Haus am Pastorenbusch“ einladen, „doch dafür brauchen wir mehr Unterstützung und suchen dringend weitere Fahrerinnen und Fahrer“, so Dumstorff, der an diesem Nachmittag ein Duo mit Helene Burrichter bildet. Peter Bergmann nimmt bei Hermann Gößling Platz und Susanne Kuch tritt für Johanna Scheffler in die Pedalen.
Von der St.-Marien-Straße führt der Weg quer durch die Stadt zum Rathaus. Bei einem kurzen Stopp erläutert Gerd Dumstorff den Standort, auch private Infos dürfen nicht fehlen. „Diene Öllern hebbt doch in Ollenaithe wohnt?“, fragt Helene Burrichter ihren Fahrer. „Ja, inne Kämpe“, bestätigt Dumstorff, bevor es weiter in den Stadtpark geht. Peter Bergmann unterhält sich mit Hermann Gößling noch über die Böseler Euro Musiktage, dann hält die Gruppe am eisernen Kreuzweg. „Sehr schön“, sagt Johanna Scheffler in Höhe der Stationen „Fallen“ und „Begegnen“, bei denen es thematisch um Höhen und Tiefen des Lebens, um Halt und helfende Hände geht.
„Immer Spaß“
Über den alten Bahndamm geht es zum C-Port am Küstenkanal geradelt, um dort den Industriepark in Augenschein zu nehmen. Der Blick auf die Uhr signalisiert einige Zeit später, dass sie nun aber langsam die Rückfahrt antreten müssen, denn Helene Burrichter und Peter Bergmann, die die Tagespflege besuchen, werden abgeholt. „Bei uns kommt es zeitlich ja nicht so darauf an“, kommentiert Johanna Scheffler schmunzelnd, die im Elisabethhaus lebt.
„Die Mitfahrer, aber auch die Fahrer haben immer Spaß“, unterstreicht Gerd Dumstorff am Ende im Einklang mit Susanne Kuch und Hermann Gößling. Nicht zuletzt hielten die Touren sportlich fit, der E-Antrieb sorge dafür, dass es nicht anstrengend wird „und wir erleben Friesoythe und Umgebung häufig noch mal aus einer anderen Perspektive heraus.“
