Cloppenburg - In den Jahren, in denen Markus Stern für den BVC aktiv war, wurde es bekanntlich selten langweilig. So spielten die Cloppenburger in der Saison 1997/1998 unter anderem gegen den Blumenthaler SV in der Oberliga. Das Hinspiel gewannen die BVCer 3:0. Im Rückspiel lief nicht alles nach Plan.
In der Halbzeit stand der Sponsor in der Kabine
Der BV Cloppenburg lag zur Pause 0:1 hinten. Dementsprechend schlecht war die Stimmung in der BVC-Kabine damals, wie Stern berichtet. „Wir hatten uns kaum hingesetzt, als die Kabinentür aufgerissen wurde. Hereinspaziert kamen der Hauptsponsor und der Manager. Sie waren mächtig sauer über unsere Leistung“, erinnert sich Stern über die Kabinenpredigt.
Es fielen auch ein paar deftige Worte, ehe sich alle Blicke auf Stern richteten. „Der Hauptsponsor forderte mich auf, mit vor die Tür zu kommen“, erinnert sich Stern. Ehe er sich versah, saß er mit dem Hauptsponsor und dem Manager in der Nachbarkabine. Dann ging das „Verhör“ los: „Wir haben von den Zuschauern gehört, dass du gestern die ganz Nacht in der Disco warst.“ Stern blieb cool und antwortete: „In der Disco war ich. Aber nur bis drei Uhr. Also ganz normal – locker weg.“
Ausgenüchterter Stern leitet Comeback ein
Stern erinnert sich noch an die damalige Reaktion des Hauptsponsors. „Er sagte, dass es für mich damit hier gewesen ist und er mich auswechselt.“ Aber es kam anders, weil Stern darum bat, die Entscheidung zu überdenken. Und zwar mit diesen Worten: „Das könnt ihr nicht bringen. Ich bin gerade ausgenüchtert. Lasst mich das Spiel noch zu Ende machen.“
Der Hauptsponsor und der Manager lenkten ein. Stern durfte weiterspielen. Am Ende gewann der BVC 6:1. Dabei war Stern das zwischenzeitliche 1:1 gelungen. „Das Ende vom Lied war dann, dass ich auch weiterhin für den BVC spielen durfte und man mich nicht vor die Tür gesetzt hatte“, so Stern. Jener Tag in Blumenthal sei typisch gewesen für die damalige Zeit beim BVC, meint Stern.
Mit dem Torwart für drei Tage nach Mallorca
Die Anekdotenkiste Sterns von seiner Zeit beim BVC ist proppevoll mit Geschichten. So besuchte er mit einer Cloppenburger Torwartlegende das Molberger Schützenfest. „Zu späterer Stunde und mit einem guten Pegel kamen wir zu der Erkenntnis, dass es ja noch nicht alles gewesen sein kann und das nächste Wochenende ja auch noch sechs Tage weg ist“, erinnert sich Stern. Er und sein Kompagnon hatten eine Idee. Für sie war klar, dass die nächste Station nur Mallorca sein kann. „Also ab ins Auto, wer gefahren ist, habe ich vergessen, und ab nach Münster zum Flughafen. Es folgten drei legendäre Tage mit viel Spaß“, erinnert sich Stern.
Lesen Sie im 7. Teil: Der fliegende Fernseher und der Reeperbahn-Ausflug.
