Cloppenburg - Im Februar 2000 war der Fußballer Markus Stern (seinerzeit VfB Oldenburg) von der NWZ gefragt worden, ob er sich einen Wechsel nach Cloppenburg vorstellen könnte. Daraufhin antwortete Stern: „Cloppenburg ist für mich immer eine Überlegung wert. Aber mit den Leuten, die beim BVC jetzt das Sagen haben – Siegfried Kaiser und Hubert Hüring – wird es wohl keine gemeinsame Basis mehr geben. Mein Berater heißt nicht Peter Schöne, ich bin kein Slowake und nicht über 30 Jahre alt – also glaube ich nicht, dass ich zurückkommen werde.“
Mit Topleuten bei Concordia Ihrhove in der Oberliga
Über eine Rückkehr nach Cloppenburg brauchte sich Stern auch keine Gedanken mehr zu machen, denn im Sommer jenes Jahres klingelte bei dem Mittelfeldspieler das Telefon. „Ich bekam einen Anruf von Wolfgang Schütte. Er war Trainer von Concordia Ihrhove“, erinnert sich Stern. Die Sache mit Ihrhove sei eine interessante Geschichte gewesen. „Es war sofern interessant, weil ich damals durch Hauptsponsor Müsing Beruf und Fußball kombinieren konnte“, so Stern. Zudem habe Concordia damals eine echt starke Truppe gehabt. Stern wagte den Schritt und wechselte vom VfB Oldenburg nach Ihrhove. In Ihrhove, damals Oberliga Niedersachsen/Bremen, waren zahlreiche Topleute unter Vertrag. Unter anderem Klaus Osterkamp, Stefan Lang und Ulf Kliche. „Wir haben dann auch gerade zuhause nahezu jeden Gegner aus dem Stadion gefegt“, berichtet Stern.
Unbeliebte Fußballer bei den Kollegen im Büro
Beschäftigt waren er und einige andere Mitspieler bei der Firma Müsing, so Stern. „Jedem Fußballer wurde ein Auto gestellt, und bei der Arbeit wurde da auch nur mit einem Auge hingeschaut“, erzählt der heute 44-Jährige. Er habe mit diversen anderen Fußballern in einem Großraumbüro gesessen und habe sich eher mit Wettquoten von Fußballspielen als mit Büroarbeit beschäftig, so Stern. „Dementsprechend beliebt waren die Fußballer bei der übrigen Belegschaft“, sagt Stern mit einem Augenzwinkern in der Rückschau.
Eines Tages sollte er den Porsche seines Juniorchefs bei der Tankstelle waschen lassen. Stern schnappte sich die Autoschlüssel, hatte jedoch andere Pläne mit dem Luxusgefährt. „Ich dachte mir, wenn ich schon mal so ein Teil unterm Arsch habe, dann nutze ich das auch aus. Also ab zur B 72 und mit Vollgas nach Cloppenburg“, erzählt Stern.
Abmahnung und Geldstrafe – für Stern nichts Neues
In der Kreisstadt angekommen, besuchte er ein paar Leute. Jener Kurztrip mit dem Porsche nach Cloppenburg blieb nicht ohne Folgen. „Es hat mir eine Abmahnung und eine saftige Geldstrafe eingebracht. Aber damit kannte ich mich ja aus“, sagt Stern.
Lesen Sie in Teil 14: Auf dem Rasenmäher-Traktor durch die Ihrhover Nacht
