Bösel - Ziemlich schnell war beim Brand einer Doppelhaushälfte an der Willohstraße in Bösel am 4. Juli klar, dass Schadstoffe ein Problem sein würden. Die Rauchentwicklung war stark, schon während des Brandes waren die ABC-Erkunder der Feuerwehr im Einsatz, um die Schadstoffbelastung der Luft im Blick zu behalten. Die Bevölkerung wurde gewarnt.

Auch habe sich bereits während des Brandeinsatzes der Verdacht ergeben, dass die Dacheindeckung aus asbesthaltigen Faserzementplatten bestehe, berichtet Feuerwehrpressesprecher Markus Tholen. Das Gebäude ist Anfang der 1980er-Jahre gebaut und eingedeckt worden. Damals wurden Asbestfasern als brandhemmendes Material vielfach verwendet, bis bekannt wurde, dass sie in der Lunge krebserregend sein können und verboten wurden. „Nach dem Einsatz haben wir an unseren Fahrzeugen eine Beprobung und Reinigung vorgenommen“, so Tholen. Denn einige der Fahrzeuge hätten in der Anfangsphase des Einsatzes in der Rauch- und Trümmerwolke des Brandobjektes gestanden. An einem Fahrzeug sei eine geringe, unterhalb der Grenzwerte liegende Asbestbelastung nachgewiesen worden. Daraufhin sei beschlossen worden, es noch einmal gesondert reinigen zu lassen.

Vor sechs Wochen ist eine Doppelhaushälfte an der Willohstraße in Bösel ausgebrannt. Die Brandursache ist weiterhin unbekannt.

FEUER IN BÖSEL Hakenkreuz-Schmierereien wenige Tage vor dem Wohnhausbrand

Eva Dahlmann-Aulike
Bösel

Zusammen mit der Gemeinde Bösel sei außerdem entschieden worden, die Einsatzkräfte, die ebenfalls mit dem Rauch und den Trümmern in Kontakt gekommen waren, direkt an der Einsatzstelle zu entkleiden. Die Einsatzkleidung und das benutzte Equipment werde dekontaminiert. Das sei im Rahmen der Fürsorgepflicht für die Feuerwehrleute mittlerweile eine ganz übliche Hygienemaßnahme. „Durch diese Maßnahmen wird eine Verschleppung der an Einsatzstellen entstandenen Schadstoffe vermieden und Sorge getragen, dass Fahrzeug und Ausrüstung nach dem Einsatz wieder sicher genutzt werden können“, erläutert Tholen.

Anders sieht die Situation für die Eigentümerin, die anderen geschädigten Hauseigentümer und die Nachbarschaft aus, in der auch Trümmerteile liegen. Während der vierwöchigen Ermittlungen der Polizei war das Gelände gesperrt. Erst dann durfte die Versicherung der Eigentümerin loslegen, berichtet die Eigentümerin des Brandhauses. Sie selbst habe nichts unternehmen dürfen. So habe die Versicherung eine Spezialfirma aus Bremen beauftragt, die die nötige Sachkunde für die Reinigung der Umgebung und die Entsorgung der asbestbelasteten Brandreste habe. „Aber die muss erstmal Zeit haben“, sagt die Böselerin.

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Eva Dahlmann-Aulike Redaktion Münsterland