Markhausen - Auch mehr als zwei Monate nach dem Brand der Lagerhalle des Baustoffzentrums Siemer in Markhausen liegt alles noch genauso da, wie nach dem Abzug der Feuerwehr. Nur ein paar Bauzäune sind hinzugekommen, die die Halle, das angrenzende Carport und das Wohnhaus von Chef Dieter Siemer absperren. „Wir wollen mit Energie weitermachen, aber wir können noch nicht“, sagt Siemer, der den 1976 gegründeten Betrieb von seinem Vater übernommen hat. Noch immer sei die Brandstelle nicht von der Versicherung freigegeben.
Technischer Defekt
Für Brandermittler der Polizei sei schnell klar gewesen: Brandstiftung ist ausgeschlossen. Deshalb sei die Brandstelle von der Polizei freigegeben worden, berichtet Siemer. Das Feuer, das am Donnerstag, 22. Juni, in der Mittagszeit ausbrach, muss also durch irgendeine Art technischen Defekt ausgelöst worden sein. Aber von welchem? Das wolle die Versicherung genau wissen. Mehrere Sachverständige seien da gewesen, sagt der Firmenchef. Doch noch sei kein Brandauslöser benannt worden. So lange darf nicht aufgeräumt und die Halle nicht abgerissen werden. Auch Siemers völlig ausgebrannter Privatwagen im Carport muss stehen bleiben. Sein Wohnhaus, das durch Rauch und Löschwasser Schaden genommen hat, bleibt vorerst unbewohnbar.
Auch mehr als zwei Monate nach dem Brand der Lagerhalle des Bauzentrums Siemer steht die Ruine unverändert dort.
Dafür läuft aber im Baustoffzentrum alles wie gewohnt. „Wir konnten bereits Freitag wieder ganz normal arbeiten, weil unsere Büros und unsere Ausstellung nicht betroffen sind“, sagt Siemer. Auch alle Baustoffe seien wieder verfügbar. „Wir sind voll lieferfähig, wir haben für alle Artikel Lagervorrat.“ In einer Nachbarhalle, die er verpachtet hatte, hat er Platz geschaffen. Wichtig für ihn zu betonen: Nichts was in der Brandhalle gestanden hat, wird noch verkauft. Das wird alles von einem Verwerter abgeholt – wenn das denn irgendwann genehmigt wird.
Schnelle Entwicklung
Dieter Siemer selbst war nicht in seinem Betrieb, sondern zum Mittagessen zuhause, als das Feuer in der linken vorderen Ecke der Lagerhalle ausbrach. Er hörte es knistern und sah fassungslos, wie sich der Brand blitzschnell entwickelte.
Es war eine Passantin, die als erste die Feuerwehr gerufen hat. Das Feuer habe sich rasend schnell ausgebreitet, weil ganz vorne in der Halle Dämmplatten aus extrudiertem Polystyrol – sogenanntes XPS – gelagert habe. „Das ist im Grunde reines Erdöl. Das brennt wie Zunder“, sagt Siemer bei einem Blick in die Halle. „Das Hochregal mit der Mineralwolle hat das Feuer gestoppt.“ Das ist immer noch gut zu erkennen.
In dieser Ecke der Lagerhalle ist das Feuer ausgebrochen. Die enorme Hitze hat sogar die Stahlträger verbrannt oder verformt.
Die Feuerwehr habe bei der Feuerbekämpfung eine Schneise geschlagen, indem sie das Hochregallager in Richtung des Brandes gekippt habe. „Die haben das sehr, sehr gut gemacht. Das ist schon Wahnsinn, was die leisten, wenn man berücksichtigt, was die alles ehrenamtlich tun“, sagt Siemer. So sei zusätzlich zu den Feuerwehrautos auch noch ein privater Teleskopstapler geholt worden, um Material vom Feuer wegzuholen.
Doch nun liegt das verkohlte Material dort. Sogar die Stahlträger der Halle sind verformt von der enormen Hitze, das Dach ist aufgerissen, die Photovoltaikanlage ist beschädigt – alles muss von einer Spezialfirma abgerissen und fachgerecht entsorgt werden. Einen Sachschaden kann Siemer noch gar nicht beziffern. Derweil laufen die Kosten weiter, etwa die Ausfallzahlungen für die PV-Anlage, die auch auf Rechnung der Versicherung geht. „Wir wollen alles modern wieder aufbauen“, sagt Dieter Siemers. Am liebsten sofort.
