Garrel - Zu klein, zu unübersichtlich, in die Jahre gekommen: Der Lidl-Markt in Garrel im Heidecenter will sich neu aufstellen. Politisch beraten wurde der geplante Neubau schon einmal vor eineinhalb Jahren im Planungsausschuss des Gemeinderats. Nunmehr hat der Verwaltungsausschuss den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Nahversorgunszentrum Süd“ getroffen. „Es waren noch einige Abstimmungen notwendig“, begründete Bauamtsleiter Ewald Bley die Dauer des Verfahrens. Und nicht zuletzt mussten einige Gutachten erstellt werden.
Insgesamt umfasst der Geltungsbereich eine Fläche von 2,6 Hektar, ist doch das Heidecenter ebenfalls Teil des neuen B-Plans, der die „planungsrechtliche Vorbereitung einer Umstrukturierung und Erweiterung des Heidecenters“ darstellt, wie es in der Begründung heißt.
Lidl-Neubau
Überplant wird damit die Ackerfläche nördlich des Heidecenters neben dem derzeitigen Lidl-Standort. Auf der Fläche zur Hauptstaße hin soll ein neuer Lebensmitteldiscounter mit einer maximalen Verkaufsfläche von 1420 Quadratmetern (derzeit 800 Quadratmeter) entstehen. Verkauft werden dürfen überwiegend nahversorgunsrelevante Sortimente (90 Prozent) wie Nahrungs- und Genussmittel, Getränke, Tabakwaren, Zeitungen und Zeitschriften.
Rossmann-Umzug
Das Gebäude, in dem derzeit der Lidl-Markt untergebracht ist, wird als Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „Drogeriemarkt“ ausgewiesen, der eine maximale Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern umfasst. Dort soll der Drogeriemarkt Rossmann einziehen, der damit aus dem Ortskern verschwinden würde. Grund: Dort sind keine Flächen für eine Erweiterung mehr vorhanden. Das werde aber zu „Frequenzverlusten“ im Ortskern führen, prognostiziert das Verträglichkeitsgutachten. Das sieht jedoch keine Standortalternativen im Ortskern. Die Rossmann-Erweiterung wird laut Gutachten aber auch Kaufkraftabflüsse aus dem Umland zurückholen.
Auswirkungen wird die Umstrukturierung auch auf das Nahversorgunszentrum Nord mit Combi, Netto und Aldi haben, allerdings „nicht im kritischen Ausmaß“. „Die Erweiterungs- und Umsiedlungsvorhaben von Lidl-Rossmann und Rewe sind laut den Gutachtern mit dem Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Gemeinde Garrel kompatibel“, lautet das Urteil.
Rewe-Planung
Gegenstand des neuen B-Plans ist auch der Rewe-Markt: Der könnte sich laut Planungsunterlagen ebenfalls erweitern. Die Verkaufsfläche könnte von derzeit 1600 auf dann 1760 Quadratmeter steigen. Dabei geht es offenkundig um den Bereich des Fitnessstudios „Group Fitness“. Inhaberin Gabriela Lara will an der Böseler Straße neu bauen.
Weiterhin sieht der Entwurf ein Mischgebiet im Nordwesten vor, in dem Wohn- und Bürogebäude errichtet werden sollen. Hier sind maximal sechs Wohneinheiten je Wohngebäude zugelassen.
Schall und vErkehr
Erstellt worden ist auch ein Schallgutachten. Das urteilt, dass die Schallimissionen im Mischgebiet um bis zu zwei Dezibel tagsüber und bis zu vier Dezibel nachts überschritten werden. Grund dafür sind der Kundenparkplatz und die Geräusche der Ladevorgänge. Nachts resultieren die Geräusche aus dem Betrieb der Verflüssiger und Wärmepumpen. Daher soll der Lidl-Kundenparkplatz westlich um fünf Stellplätze gegenüber den Planungen reduziert werden. Zudem sollen Lärmschutzwände die Ladezone abschirmen. Nachts könnten die Anlagen so gesteuert werden, dass sie geräuschärmer laufen.
Von der Hauptstraße aus soll es eine Zufahrt zum Discounter geben. In der Abstimmung ist laut Bauamtsleiter Ewald Bley, ob die derzeitige Zufahrt vor dem Lidl erweitert und für beide Bereiche gelten kann.
Der Entwurf ist seit Donnerstag und bis zum 5. September zu den allgemeinen Dienststunden im Rathaus der Gemeinde zur Einsicht öffentlich ausgelegt. Zudem sind die Entwurfsunterlagen online unter www.garrel.de/verwaltung-politik/bekanntmachungen/bauleitplanung/ einzusehen. Nach der ersten öffentlichen Auslegung werden die Stellungnahmen abgewogen.
