Cloppenburg - Eine Wolkendecke hatte die Stadt komplett verhüllt. Cloppenburg versank im Nebel. Doch einen von der Sonne angestrahlten Lichtblick gab es: den Pfanni-Turm, der mit seinen 76 Metern im wahrsten Sinne ein herausragendes Bild produzierte. Selbst für erfahrene Hobby-Piloten ein faszinierender Moment, denn „es sah ein bisschen so aus, als hätte der Turm den Nebel selbst erzeugt“, beschreibt Theo Budde das außergewöhnliche Naturschauspiel rund um den Riesen, der vor genau 60 Jahren errichtet wurde und als eine Art Wahrzeichen gilt.
Hoher Luftdruck
Mit einem Freund war der Cloppenburger am Mittwochmorgen (15. Februar) von Diepholz in Richtung Gloucester (Südengland) abgehoben. Die Luftdruckanzeige des einmotorigen Cirrus Vision Jets SF50 signalisierte mit über 1035 Hektopascal einen relativ hohen Wert, und die sogenannte Inversionswetterlage, die für die flächendeckende Verschleierung verantwortlich war, hatten beide zumindest in dieser lückenlosen Form schon lange nicht mehr erlebt.
Aus rund 2000 Metern Höhe betrachtet, ragten auch die Rotorblätter der Windkraftanlagen durch das Grau der Schwaden und glitzerten in der Sonne, die sich Stunden später schließlich durchsetzte und nicht nur dem Oldenburger Münsterland einen wolkenlosen Tag bescherte.
Fliegen im Verein
Genau solch fesselnde Begebenheiten seien es, die den Traum vom Fliegen ausmachten, sagt der 63-jährige Unternehmer im Einklang mit seinen Mitstreitern des Luftsportvereins Cloppenburg, der vor 70 Jahren gegründet wurde und dem er seit über 30 Jahren angehört. Rund 155 Männer und Frauen sind es, die am Varrelbuscher Flugplatz ihren Vereinssitz haben, dort trainieren, sich weiterbilden, aber auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommen lassen. Die Ausbildungen konzentrieren sich auf den Motor- und Segelflug und die Mitglieder sind im In- und Ausland unterwegs. So wie Theo Budde und sein Cockpit-Begleiter, die gegen Mittag sicher in England landeten und dort mit strahlendem Sonnenschein empfangen wurden.
Auch im rund 1000 Kilometer entfernten Cloppenburg herrschte zu diesem Zeitpunkt wieder freie Sicht und der Pfanni-Turm als höchstes Gebäude der Stadt hätte sich ihnen nun in voller Höhe präsentiert.
1963 in Emstekerfeld erbaut wurde er im April 1967 vom Lebensmittelhersteller übernommen. Auch wenn seit über 20 Jahren nicht mehr Pfanni drinsteckt, drauf steht das Firmenlogo immer noch.
Ob es so bleibt, bleibt abzuwarten. Ideen für die Neugestaltung des Pfanni-Turms gibt es bereits, entschieden ist jedoch nichts.
