Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Navigation durch Böseler Baustellen Immer auf dem schnellsten Weg zum Einsatz

Gemeindebrandmeister Arthur Kasperczyk und der stellvertretende Gemeindebrandmeister Tobe Koppenberg in einem Einsatzfahrzeug, indem der Fahrer über einen kleinen Bildschirm (Mitte) die ideale Route zum Einsatz angezeigt bekommt.

Gemeindebrandmeister Arthur Kasperczyk und der stellvertretende Gemeindebrandmeister Tobe Koppenberg in einem Einsatzfahrzeug, indem der Fahrer über einen kleinen Bildschirm (Mitte) die ideale Route zum Einsatz angezeigt bekommt.

Eva Dahlmann-Aulike

Bösel - Normale Auto- und Lkw-Fahrer sind bei Straßensperrungen auf Navigationsgeräte, Handy-Navigation oder Schilder angewiesen. Diese sind nicht immer tagesaktuell. Wer mit den handelsüblichen Navis durch Bösel navigiert, wird zum Beispiel auch durch Anliegerstraßen geleitet. Anders ist es bei Rettungskräften und Feuerwehren. Nicht nur, dass diese selbstverständlich Schilder wie „Anlieger frei“ oder Tonnenbeschränkungen einfach ignorieren dürfen: Kommunen und Baufirmen halten die Leitstellen immer auf dem Laufenden. Ein spezielles System berechnet dann, welche Rettungskräfte zu welchem Einsatz gelenkt werden und welches der schnellste Weg dorthin ist.

Koordinaten senden

Beispiel medizinischer Notfall in Bösel: Eigentlich sei ein Rettungswagen aus Friesoythe am schnellsten dort, sagt Stefan Abshof, Pressesprecher der Großleitstelle Oldenburg, die für die Landkreise Ammerland, Cloppenburg, Oldenburg und Wesermarsch sowie die kreisfreien Städte Delmenhorst und Oldenburg zuständig ist. Doch mit der Kreisel-Baustelle an der Kirche könne es sein, dass ein oder sogar ein bestimmtes Rettungsfahrzeug, das gerade in Garrel ist, schneller wäre. Genau dieses Fahrzeug wird über das System informiert und bekommt die Koordinaten des Einsatzortes übermittelt. Die Besatzung „quittiert“ den Einsatz und teilt der Leitstelle mit: „Wir fahren los.“ Auf einem Bildschirm im Rettungswagen sieht der Fahrer sofort, welchen Weg er nehmen muss. Zusätzlich gibt es Informationen über den Vorfall und den Patienten.

Alarmmonitor installiert

Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Bösel gab es bisher einen sogenannten Alarmmonitor in der Umkleidekabine. Dort wurden die bekannten Daten des aktuellen Einsatzes angezeigt: Uhrzeit, die Adresse des Einsatzortes, eine Karte für den Anfahrtsweg.

Zwei Wochen haben die Feuerwehrleute nun mit einem Monitor getestet, ob es auch sinnvoll ist, solche Monitore direkt im Blickfeld der Fahrer neben dem Rolltor anzubringen. Es ist sinnvoll, haben die Böseler festgestellt. Dort laufen auch die Rückmeldungen der Kameraden in zwei sekundengenaue Listen ein: einsatzbereite Kollegen und Abwesende.

Die aktiven Feuerwehrleute haben nämlich neben dem Pieper in der Tasche auch eine App auf ihren Handys. Auch dort werden sie alarmiert und können mit einem Knopfdruck mitteilen: „Ich komme“ oder „Ich kommen nicht“. Der Vorteil: So kann die Einsatzleitung abschätzen, ob genügend Kräfte verfügbar sind, oder ob Hilfe aus der Nachbarschaft gerufen werden muss.

„In 99 Prozent der Fälle läuft das bestens“, sagt Abshof, der Cloppenburger und selbst aktiver Feuerwehrmann ist. Dabei sei natürlich entscheidend, dass die Leistellen über Baustellen und Sperrungen, zum Beispiel für Feste, informiert würden. Schwierigkeiten gebe es allerdings manchmal in Neubaugebieten. „Die Städte und Gemeinden teilen uns mit, dass es neue Straßen gibt, wenn die Neubaugebiete erschlossen sind. Doch auch einem Bauarbeiter kann es dort vorher schon mal schlecht gehen“, so Abshof. Doch auch in solchen Fällen ließe sich die Einsatzstelle ziemlich genau eingrenzen.

Ortskenntnis nutzen

Mit einem vergleichbaren System ist auch die Freiwillige Feuerwehr Bösel ausgestattet. „Nicht jeder Feuerwehrmann kennt heute noch jede Straße“, sagt der stellvertretende Gemeindebrandmeister Tobe Koppenberg. Es seien in den vergangenen Jahren viele Neubaugebiete hinzugekommen. „Theoretisch können wir nach dem Monitor fahren, aber bei uns kommt natürlich viel Ortskenntnis hinzu“, so Koppenberg.

Außerdem habe die Feuerwehr Bösel wegen der Vollsperrung der Ortsdurchfahrten Petersdorf und Bösel ihre Anfahrtswege angepasst und getestet, wie schnell die Hilfe zum Beispiel in Westerloh sein kann. 9 Minuten 44 Sekunden seien es bei einer Übung gewesen, die Hilfsfristen von zehn Minuten für den Außenbereich (innerorts sollte die Feuerwehr in acht Minuten vor Ort sein) könnten eingehalten werden.

Eva Dahlmann-Aulike
Eva Dahlmann-Aulike Redaktion Münsterland
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Feilen am Plan für die neue Saison: Sebastian Schachten (rechts) und Fuat Kilic

WIE GEHT ES BEIM VFB OLDENBURG WEITER? Das sagt Sportleiter Schachten zu Abgängen und Kaderplan

Lars Blancke
Oldenburg
Wird als erste Zeugin im Untersuchungsausschuss angehört: Finanz-Staatssekretärin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne)

SITZUNG MEHRFACH UNTERBROCHEN Untersuchung zur Beförderung in Weils Staatskanzlei beginnt mit Eklat

Stefan Idel Büro Hannover
Hannover
Meinung
Am 3. Mai ist Tag der Pressefreiheit.

TAG DER PRESSEFREIHEIT Vom Glück, in einem freien Land zu leben

Ulrich Schönborn
Oldenburg
Auf Borkum wurden Ende April rund 20 Säcke mit bislang unbekanntem Inhalt angeschwemmt.

WAS WURDE ANGESCHWEMMT? Borkumer Drogenfund bleibt ein Rätsel

Axel Pries
Borkum
Symbolbild

UNFALL IN OLDENBURG Angetrunkener Radfahrer von Auto erfasst – schwer verletzt

Oldenburg