Barßel - Die Großbaustelle mitten im Ortskern ist kaum zu übersehen: Die Bauarbeiten für das neue Barßeler Rathaus laufen seit rund einem Jahr auf Hochtouren. Der neue Verwaltungstrakt für die Barßeler Verwaltung wächst, auch wenn es geringfügige Verzögerungen gibt, wie Bürgermeister Nils Anhuth (parteilos) auf der Ratssitzung am Mittwochabend mitteilte.
Überprüfungsbedarf
„Gemäß der aktuellen Bauablaufplanung des 1. Bauabschnittes gibt es geringfügige Verzögerungen des Baubetriebs, welche unter anderem aus Schlechtwettertagen hervorgegangen sind. Zusätzlich gab es, hinsichtlich der zu verlegenden Leitungen in der Obergeschoss-Decke, statischen Überprüfungsbedarf der Betonage. Ein zunächst fehlender statischer Nachweis wurde mittlerweile durch den beauftragten Tragwerksplaner erstellt und durch den Prüfstatiker geprüft. Die Betonage konnte am 17. Mai erfolgen“, sagt Anhuth auf Anfrage der SPD-Fraktion. Um die Zeit aufzuholen, hat die Verwaltung eine abschnittsweise Taktung mit den einzelnen Ausbaugewerken vorgesehen. „Nach jetzigem Stand erscheint der geplante Bezug ,um den Jahreswechsel’ realistisch“, so Anhuth weiter. Dann zieht die Verwaltung aus dem alten Rathaus in das neue und das Bestandsgebäude wird abgerissen. Dort soll das Bürgerhaus entstehen.
Für den Bürgerhaus-Teil, den zweiten Bauabschnitt, erfolgt derzeit die Ausführungsplanung. Parallel werden die Leistungsverzeichnisse erstellt. „Nach aktueller Zeitplanung wird der erste Ausschreibungsblock – Baustelleneinrichtung, Erdarbeiten, Wasserhaltung, Rohbauarbeiten, Gerüstbauarbeiten sowie alle technischen Gewerke – zum Ende des Jahres wie geplant vergeben“, so der Bürgermeister weiter.
Ebenfalls gute Nachrichten hatte der Rathaus-Chef im Bezug auf mögliche Preissteigerungen. „Bisher sind keine Firmen mit der Anwendung einer Preisgleitklausel an uns herangetreten. Jedoch gibt es, wie bei allen Baumaßnahmen üblich, Nachträge sowie Mehr- und Mindermengen“, so Anhuth. Im nächsten Bauausschuss soll eine aktuelle Kostenübersicht vorgestellt werden.
Bürgerhaus in Förderung
Das geplante Bürgerhaus soll jetzt auch in den Antrag auf Städtebauförderung einfließen. Bereits zwischen 2017 und 2018 hat die Gemeindeverwaltung die Bewerbung für die Städtebauförderung auf den Weg gebracht. Da die Kosten mittlerweile in fast allen Bereichen des Finanzierungsplans gestiegen sind, sollen nun Anpassungen vorgenommen werden. Mit rund 4,3 Millionen Euro ist laut Verwaltung das Bürgerhaus nachträglich als grundsätzlich förderfähig anerkannt worden. „Da zu diesem Zeitpunkt schon die Planungsaufträge erteilt wurden, finden derzeit Gespräche mit dem Ministerium statt, ob dieser grundsätzlich förderschädliche Umstand aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen des Einzelfalles geheilt werden kann“, heißt es seitens der Verwaltung. Zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe hatte das Ministerium eine Förderung noch kategorisch abgelehnt.
„Wir können diesen Vorschlag so nicht hinnehmen, denn wir sind immer noch gegen das Bürgerhaus“, sagte Hubert Niemeyer (Bürgerfraktion) während der Ratssitzung. Eine Aussage, die bei Nils Anhuth Kopfschütteln auslöste: „Das kann ich nicht nachvollziehen. Wenn man gegen das Bürgerhaus ist, sollte man doch jedenfalls die Förderung unterstützen, damit es günstiger für die Gemeinde wird.“ Mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde die Anpassung der Städtebauförderung aber beschlossen.
