Lastrup - Ziemlich einig war sich der Ausschuss für Wirtschaft, Planung, Verkehr und Umwelt der Gemeinde Lastrup in seiner jüngsten Sitzung in der Kulturscheune. Es ging um die „Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 99 Lastrup, Wohnquartier am Postweg“ im beschleunigten Verfahren. Auf 1,28 Hektar möchte ein Investor Wohnraum schaffen durch Verdichtung. „Die Kolpingstraße wird zur Rennstrecke, wenn das neue Baugebiet fertig ist. Schon jetzt hält sich kaum jemand an 30 km/h und beachtet die Vorfahrtsregelung rechts vor links“, sagt Anlieger Heinz Schrandt, der auch die Lärmemissionen fürchtet, die von 48 neuen Wohneinheiten ausgehen, die nun in zentraler Lage im Dreieck Kolpingstraße/Postweg entstehen sollen. Eine neue Erschließungsstraße von der Kolpingstraße hinter den vorhandenen Gebäuden her bis zur Poststraße soll entstehen. Der Postweg wird für den Durchgangsverkehr gesperrt. Der Friedhof kann allerdings weiterhin angefahren werden.
Kulturscheune
Nach den ersten Beratungen im Ausschuss vor einigen Monaten hatte es unter den Anliegern viel Unmut gegeben. In einer Stellungnahme wandten sie sich gegen das Projekt. So sei keine Bedarfsprüfung erfolgt. Wenn der Postweg für den Durchgangsverkehr durch Installierung von Pollern gesperrt werde und es eine Wendemöglichkeit oder einen Wendehammer unter Einbeziehung eines Teils des Friedhofs gebe, würde das dazu führen, dass die Lindenbaumreihe am Postweg beeinträchtigt beziehungsweise zerstört werde. Auch in den Bürgerfragestunden äußerten Anlieger ihren Unmut und ihre Besorgnis.
Wohneinheiten
Nach Gesprächen mit den Anliegern und den Beratungen im Ausschuss sollen nun am Postweg zweimal je vier Reihenhäuser mit je einer Wohneinheit, also insgesamt acht Wohneinheiten, errichtet werden. Hier waren die Planer ursprünglich von je zwei, also 16 Wohneinheiten, ausgegangen. Auch die Bäume zwischen Postweg und Friedhof müssen erhalten werden. Weitere Bäume auf dem Grundstück werden kartiert und geschützt. Der Wendehammer tangiert nicht mehr das Friedhofsgelände. Der auf dem Baugelände vorhandene Teich wird zum Regenrückhaltebecken umfunktioniert und naturnah gestaltet. Auch ein Wall, der vom Postweg zur Kolpingstraße verläuft, wird kartiert und geschützt. „Für uns ist das eine enorme Verbesserung. So werden die neuen Häuser 20 Meter weiter von unserem Haus entfernt gebaut“, freut sich Anlieger Manfred Fathmann über die neue Übereinkunft. Die Zuwegung zum neuen Wohnquartier erfolgt im Prinzip von der Kolpingstraße über die neue Planstraße. An der neuen Straße werden die Parkmöglichkeiten für Besucher und Bewohner geschaffen.
Anlieger
„Der gebietsübergreifende Nachbar- und Naturschutz wurde nicht ausreichend berücksichtigt“, schreiben die Anlieger in ihren Einwänden und Anregungen. Sie befürchten, dass ein nachbarfreundliches Miteinander leide und „Brennpunkte“ entstehen. „Das Bauvorhaben kommt einer Enklavenbildung innerhalb einer gewachsenen Siedlungsstruktur gleich. Einer solchen massiven Bündelung soll moderner Gemeinde- und Städtebau vorbeugen“, schreiben die Anlieger.
Bürgermeister Michael Kramer betonte, Lastrup habe Bedarf nach Wohnbebauung. Man könne nicht immer in die Fläche ausweichen.
Eine Versiegelung mit einer GRZ 0,4 sei die unterste Grenze, betonte Fraktionssprecher Felix Klugmann. Dass es Aussagen gebe darüber, was für Leute dahin ziehen werden, sei eine diskriminierende Wertung. So eine Aussage sei beschämend, so Klugmann weiter. Mit der neuen Festlegung der GRZ 0,4, die keine Überschreitung zulässt, wurde der Bebauungsplan einstimmig verabschiedet.
