Barßel - Ein Meer aus alten Pflastersteinen, eine fast vollständige Versiegelung, abgesackte Stellen, graues Absperrgitter und nur ein paar Bäume – das Areal vor dem Schul- und Sportzentrum an der Westmarkstraße in Barßel sieht alles andere als einladend aus. Das soll sich in naher Zukunft ändern. Die CDU-Fraktion hatte bereits 2021 einen Antrag gestellt, diese Situation zu verbessern. Die Landschaftsarchitekten „Die Grünplaner“ haben auch hierfür zwei Entwürfe vorgestellt, die am Mittwoch in der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport und Tourismus vorgestellt wurden.
vorschlag 1
Der erste Vorschlag der Landschaftsarchitekten hat einen geradlinigen Aufbau. „Das ganze Konzept basiert auf eine komplett neue Wegführung, die von der Bushaltestelle an der Hauptstraße gegenüber vom Hafen ausgeht“, sagte Udo Hollemann vom Planungsbüro. Mit Stelen und farbigen Wegmarkierungen (rot für Bad und Sporthalle, grün für die Schule) sollen die Besucherinnen und Besucher geradlinig zum jeweiligen Eingang des Bades, der Sporthalle und der IGS geführt werden. Darin soll auch ein taktiler Leitstreifen für Sehbeeinträchtigte sein. Ebenfalls sollen mehrere Flächen entsiegelt und begrünt werden. „Gleichzeitig wollen wir alle Bestandsbäume erhalten und ein neues helleres Pflaster anlegen“, so Hollemann weiter. Zwischen Sporthalle und Schule soll dann ein neuer „IGS-Platz“ mit mehreren Sitzmöglichkeiten entstehen. Dazu kommen 42 neue Radanlehnbügel für Fahrradfahrer. Vor der Schule soll ein großes Holzdeck eine neue Aufenthaltsqualität schaffen.
In einem zweiten Entwurf stellten die Landschaftsarchitekten einer eher organisch anmutende Wegführung vor.
Vorschlag 2
Der zweite Entwurf soll im Gegensatz zum geradlinigen Vorschlag eher rund und organischer Natur sein. Ebenfalls mit einem farbigen Leitsystem (hier blau und weiß) werden Besucher vom Hafenbereich zu den Eingängen geleitet, aber dann geht es vorbei an runden Beeten und Grünanlagen. Mit unterschiedlichen Sitzmöglichkeiten soll dann auch in einer Art „IGS-Platz“ eine Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Der Eingang zum Bad und Sporthalle soll mit einem blauen Eingangsportal versehen werden.
Kosten und Meinungen
In einer ersten Baukostenschätzung kam das Planungsbüro auf rund 914 000 Euro. Optional könnte dann für eine zweijährige Fertigstellungs- und Entwicklungspflege rund 115 000 Euro dazukommen. Die Fertigstellung der ganzen Maßnahmen könnte laut den Landschaftsarchitekten – mit Entscheidung vor der Sommerpause – im Juli 2024 sein. „Die Entwürfe gefallen mir sehr gut. Aber auch die Absperrung zu den Bushaltestellen müssten erneuert werden, da die in einem schlechten Zustand sind“, sagte Hubert Niemeyer von der Bürgerfraktion. Die Erneuerung dieser Gitter war bislang noch nicht vorgesehen.
„Wir befürworten die Entwürfe sehr. Es wird auf dem Gelände dadurch entsiegelt und deutlich grüner. Das ist etwas Gutes“, sagte Hannes Coners von der Grünen-Fraktion. Einstimmig sprachen sich die Ausschussmitglieder dafür aus, die Angelegenheit in den Fraktionen weiter zu beraten und möglichst noch vor der Sommerpause einen Beschluss zu fassen.
Bisherige Maßnahmen
In den vergangenen Monaten war die Gemeindeverwaltung auch aber nicht untätig. Die Neugestaltung der Zuwegung zur IGS von der Westmarkstraße aus ist aktuell in der Umsetzung, das Außengeländer vor der Schule wurde in diesem Winter freigeschnitten, ein „grünes Klassenzimmer“ soll entstehen und die Fassade wird farbig gestaltet. Gleichzeitig wird das Areal zwischen Schulgebäude und Soeste, der Sportpark, in einem separaten Sanierungsprogramm komplett erneuert.
Ebenfalls wurde das Gelände vor der Tennishalle im vergangenen Winter kultiviert und im Rahmen der Umweltwoche wurden dort, in Patenschaft mit der Soeste-Schule Barßel, Obstbäume gepflanzt. Im Zuge der diesjährigen Umweltwoche soll außerdem dort eine Blühwiese angelegt werden.
