Neuscharrel - Die Ortschaft Neuscharrel wird 200 Jahre alt. Es ist ein besonderes Ereignis, das mit einem zweitägigen Fest mit Wunschkonzert am Abend, Umzug durch den Ort und allem, was zu einem Dorfjubiläum dazu gehört, hätte gefeiert werden sollen. Die Pandemie durchkreuzte die Pläne. Doch auch die etwas kleinere eintägige Variante, die am Sonntag umgesetzt wurde, konnte sich absolut sehen lassen – und ließ die ganzen Corona-Strapazen der Vorbereitung in den Hintergrund rücken.
Stele enthüllt
Ein 15-köpfiges Organisationsteam, in dem nahezu jeder Verein des Ortes vertreten war, sorgte für eine abwechslungsreiche Feier. Der Tag begann bei angenehmen Temperaturen mit einem Freiluft-Gottesdienst. Anschließend wurde vor dem Pfarrheim in der Dorfmitte eine Stele des Böseler Künstlers Herbert Bley enthüllt. Diese stellt einen Baum dar, und die Blätter zieren die Logos aller zwölf Vereine. Das Denkmal steht auf einem Sockel, der aus alten Ziegelsteinen gemauert ist. Bley interpretierte das als Wurzel der Vergangenheit, und die Blätter stünden für die Lebendigkeit des Ortes.
Ortsvorsteher Stefan Fuhler erinnerte an die Anfänge des Ortes, die mit einem verheerenden Feuer in Scharrel ihren Ursprung nahmen. Denn 17 Familien wurden nach dem Brand 1821 umgesiedelt, ins heutige Neuscharrel mit mittlerweile fast 1000 Einwohnern. „200 Jahre sind in der Weltgeschichte nicht viel, doch für uns sind 200 Jahre ein großer Meilenstein“, sagte Fuhler. Er dankte dem gesamten Organisationsteam. Und er dankte den Neuscharreler Vereinen, die er als „Kitt unseres Ortes“ bezeichnete.
Starke Gemeinschaft
Als kleine Siedlung unter widrigen Umständen begonnen, habe das Dorf vor allem in der Nachkriegszeit an Fahrt aufgenommen, sagte Landrat Johann Wimberg. Er lobte die vielen Ehrenamtlichen, die den Ort geprägt haben und prägen. Aus dieser starken Gemeinschaft heraus hätten die Neuscharreler ein „wunderbares Dorf“ geschaffen.
„Heute ist ein besonderer Tag für einen tollen Ort“, sagte Bürgermeister Sven Stratmann. Das Dorf stehe deshalb so gut da, weil es immer wieder viele Leute im Ort gebe, die die Ärmel hochkrempeln und Dinge anpacken würden. Stratmann: „Das ist den Neuscharrelern in die Wiege gelegt worden.“
Nach den kurzen Ansprachen war die Bevölkerung dann zu einem gemütlichen Beisammensein auf dem Festplatz eingeladen. Dort gab es auch den Bildband zu kaufen, der eigens für die 200-Jahr-Feier Neuscharrels aufgelegt wurde.
