Neuvrees - Wald, Meer, Berufe, Weltreligionen oder Inklusion – 40 Kindergärten und eine Grundschule aus den Landkreisen Cloppenburg und Vechta starten in ein eigenes Leihsystem mit Sprachlernboxen zu ganz verschiedenen Themen. Jede Kita hat eine Box mit Material im Wert von circa 100 Euro bestückt und gibt diese als Leihgabe ins System, das über das Katholische Bildungswerk Friesoythe organisiert wird.
Die Sprachlernboxen werden an Kindergärten und Schulen ausgeliehen, die ebenfalls eine Box in das Leihsystem geben. Dazu dürfen sich interessierte Einrichtungen bei Fachberaterin Ulla Hilgefort vom Katholischen Bildungswerk Friesoythe melden: „Es wäre toll, wenn mehr Grundschulen dabei wären.“
Ebenfalls dürfen sich Sponsoren melden, die das Projekt mit Geld oder ganzen Boxen unterstützen wollen. Firmen, Vereine oder Organisationen, die eine Idee für eine Themenbox haben, werden von Hilgefort und ihren Kolleginnen, die pädagogische Materialien anbieten, gerne beraten. Von einer Bank könne zum Beispiel eine Box zum Thema „Geld“ finanzieren, von einem Bäcker Material zum Thema „Brot und Getreide“oder von einem Sportverein eine Box zum Thema „Fußball“ kommen.
Es gibt Boxen, die richten sich an Krippenkinder bis drei Jahre, darunter sind U3-Spiele zum Lernen und eine Werkstattbox. Für ältere Kinder sind die Boxen „Alltagskompetenzen“, „Gefühle“ oder „Schule – Meine Schultasche“ und „Guter Schulstart“. Das breite Angebot ist mit Material bestückt, mit dem Kita- und Kindergartenkinder etwas anfangen können. Darunter sind durchaus Herausforderndes wie eine Box zum Thema „Tod und Trauer“ mit vielen besonderen Kinderbüchern, „Mathematik“ mit Materialien zum Wiegen, Messen und zur Geometrie, „Mehrsprachigkeit“, „Kinderrechte“ sowie dem Thema „Weltregionen“ mit vielen echten Stücken, wie einer Mini-Thora, einem Kreuz, Gebetsschals oder einer Klangschale. Aber natürlich fehlen auch die Klassiker nicht, die alle Kinder begeistern oder faszinieren: „Wald“, „Bauernhof“, „Polizei“, „Feuerwehr“ oder „Krank sein – Arzt – Krankenhaus“.
Idee aus Cuxhaven
„Die Boxen sind für die Sprachbildung von Fachleuten bestückt, das ist Qualität“, sagt Ulla HiIlgefort, Fachberaterin für die Sprachkitas beim Bildungswerk Friesoythe, „das könnten wir gar nicht alles kaufen.“ Die Themen haben sich die Kitas selbst ausgesucht, manche haben Schwerpunkte gewählt, die sie bereits mit ihren Kindern setzen und nun auch an andere Kitas weitergeben wollen. „Ziel ist es, dass möglichst viele Kinder davon profitieren können.“
Die Idee für die Sprachlernboxen sei vor drei Jahren entstanden, als die Fachkräfte der örtlichen Sprachkitas bei einer Exkursion in der Sprachwerkstatt nach Cuxhaven waren, berichtet HiIlgefort. Das Konzept ruhe auf drei Säulen: Ein Haus, das für Kita-Besuche offen steht, die mobile Sprachwerkstatt mit Themenkisten zum Ausleihen und Fachkräfte, die für Sprachprojekte in Kitas kommen. „Wir haben überlegt: Was können wir auf uns übertragen und am schnellsten umsetzen“, sagt Hilgefort. Die Wahl fiel auf die Sprachlernboxen.
Letzte Handgriffe
Die Corona-Pandemie bremste das Projekt aus, weil keine persönlichen Treffen möglich waren. Doch jetzt sind die 41 Boxen fertig befüllt. Bei einem Treffen im Dorfbegegnungshaus in Neuvrees zurrten die Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer die letzten Eckpunkte vor dem Start des Verleihs fest. So wird jede Box ein Inhaltsverzeichnis und ein Handreichung mit Ideen und Anleitungen bekommen, wie die Materialien und Spielzeuge zum Einsatz kommen können. Ab 1. November wird ausgeliehen. Alle sechs Monate wollen sich die Sprachfachkräfte treffen, um die Boxen zu überprüfen und zu überarbeiten.
