Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Entertainer Yared Dibaba hält Festrede Integrationspreis an Projekt „Café 4 you“ im Landkreis Cloppenburg

Verleihung des Niedersächsischen Integrationspreises an das Projekt „Café 4 you“ (v.li.): Entertainer Yared Dibaba, Vereinsvorsitzende Mina Amiry, Ministerpräsident Stephan Weil und Migrationsbeauftragter Deniz Kurku

Verleihung des Niedersächsischen Integrationspreises an das Projekt „Café 4 you“ (v.li.): Entertainer Yared Dibaba, Vereinsvorsitzende Mina Amiry, Ministerpräsident Stephan Weil und Migrationsbeauftragter Deniz Kurku

Marcus Prell

Cloppenburg/Hannover - Yared Dibaba steht die Freude ins Gesicht geschrieben. „So einen Verein hätte ich mir damals auch gewünscht“, sagt der 54-jährige Autor und Moderator aus Hamburg. Als kleiner Junge ist er mit seinen Eltern aus Äthiopien nach Falkenburg (Landkreis Oldenburg) gekommen. Nun steht er auf der Bühne des Alten Rathauses in Hannover und hält vor knapp 300 Ehrengästen die Laudatio auf eine ganz besondere Initiative: Die Integrationslotsen im Landkreis Cloppenburg sind für ihr Projekt „Café 4 you“ mit dem Niedersächsischen Integrationspreis ausgezeichnet worden. Dibaba spricht von einem „Leuchtturm für gelungene Integration“.

Amiry nimmt Preis an

Der Integrationspreis wurde zum 14. Mal vergeben und stand diesmal unter dem Motto „Integration im ländlichen Raum und Stadtquartier“. Insgesamt 180 Bewerbungen gingen ein, berichtet Deniz Kurku (SPD), der Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe. Die Jury, der auch Dibaba angehört, vergab vier Preise, jeweils mit 6000 Euro dotiert, sowie den Sonderpreis des Bündnisses „Niedersachsen packt an“.

Für die Cloppenburger Initiative nimmt Vereinsvorsitzende Mina Amiry den Preis entgegen. Die 61-Jährige, 1988 mit ihrer Familie aus dem Iran geflüchtet, engagiert sich seit 1994 ehrenamtlich für Schutzsuchende. Sie besuchte 2007 einen Integrationslotsenkurs und bildet seitdem selbst Lotsen aus. 2012 gründete Amiry den Verein „Integrationslotsen im Landkreis Cloppenburg“. Das Café an den zwei Standorten in Cloppenburg und Friesoythe sei für Menschen mit Migrationshintergrund entstanden, erzählt sie. Es biete eine Orientierungshilfe und Unterstützung bei der schulischen, beruflichen und sozialen Integration von Migrantinnen und Migranten. Während in Cloppenburg der Schwerpunkt auf verschiedenen Informationsveranstaltungen zu Themen wie Schwangerschaftsberatung, Familienzusammenführung und Bildungsberatung liege, setze der Verein in Friesoythe den Schwerpunkt auf Angebote wie Koch- und Backveranstaltungen, Basteln und Spielen.

„Die Zahl unserer Klienten nimmt ständig zu“, erzählt Amiry, „mittlerweile liegt sie bei 3000“. Seit der Vereinsgründung seien 150 Projekte durchgeführt worden. Neun Hauptamtliche und mehr als 70 Ehrenamtliche seien für den Verein aktiv. Dadurch, dass so viele Migranten inzwischen selbst ihre Hilfe anbieten, könne man Beratungen in fast 35 Sprachen durchführen. Das Preisgeld solle für die Erweiterung des Angebots eingesetzt werden.

Vielfalt und Teilhabe

Dibaba, der eigentlich lieber von „Inklusion“ spricht“, würdigt das „Café 4 you“ als „herausragendes Beispiel für gelebte Integration im ländlichen Raum“. Es verkörpere „die Werte von Vielfalt, sozialer Teilhabe und gesellschaftlicher Solidarität“. Die Integrationslotsen hätten nicht nur einen Raum geschaffen, in dem Menschen willkommen sind – sondern auch einen „Wegweiser für die Stärkung unserer Demokratie“. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagt am Dienstagabend im Alten Rathaus, angesichts der Krisen und Fluchtbewegungen habe der Integrationspreis einen höheren Stellenwert als vor 15 Jahren. Es müsse alles getan werden, damit Deutschland „ein offenes und mitfühlendes Land“ bleibe. Kurku betont, Integration und Gemeinwesen seien zwei Seiten derselben Medaille. Integration gehe alle etwas an – nicht nur die Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.

Mit weiteren Preise wurden die „Clownswohnung“ in Hannover, die Flüchtlingsinitiative „Nestwerk“ in Hagen im Bremischen sowie das Projekt „Fitness im Viertel“ in Hildesheim geehrt. Der Sonderpreis ging an den Mittagstisch „Satt & schlau“ in Langenhagen (Region Hannover).

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Podcast
Verlässt im Sommer den VfB: Marcel Appiah

NEUE FOLGE NORDWESTKURVE Warum der VfB Oldenburg seine Verjüngungskur vorantreibt

Lars Blancke Sarom Siebenhaar
Oldenburg
Haben das Demokratiefest am 11. Mai in Schortens aus Sicherheitsgründen abgesagt: die Veranstalter (von links) Detlef Kasig, Axel Homfeldt und Wolfgang Ottens.

SICHERHEITSGRÜNDE Veranstalter sagen Fest für Demokratie in Schortens ab

Jever
Da hofften sie noch auf ein buntes Familienfest (von links): die Initiatoren von „Rock durch die Mitte“ Detlef Kasig (SPD), Axel Homfeldt (CDU) und Wolfgang Ottens (Grüne).

DEMOKRATIE-FEST IN SCHORTENS ABGESAGT Initiatoren sehen Sicherheit am 11. Mai gefährdet

Jeversches Wochenblatt
Schortens
Mit der Legalisierung von Cannabis für Erwachsene wird auch Jugendlichen suggeriert, dass Kiffen in Ordnung ist.

DROGENKONSUM BEI JUGENDLICHEN Die Reifung von Hirn und Emotionen bleibt beim Kiffen auf der Strecke

Anja Biewald
Oldenburg
Die Baskets Oldenburg um Alen Pjanic (links) können in der Tabelle klettern. Vechta und Wes Iwundu fehlen noch ein Sieg im Playoff-Rennen.

BASKETBALL-BUNDESLIGA Das ist für Baskets Oldenburg und Rasta Vechta noch drin

Niklas Benter
Oldenburg