Nordkreis - Was die UEFA eher als sozialpolitisches Dilemma ansieht, ist bei den Kommunen des Landkreises Cloppenburg selbstverständlich. In der ganzen Debatte um die Regenbogen-Binde vom Kapitän der deutschen Nationalelf, Manuel Neuer, zeigen sie Flagge.

Vor den Rathäuser wehen derzeit Regenbogenfahnen. „Was mit der UEFA in München leider nicht möglich zu sein scheint, stellt für die Städte und Gemeinden sowie den Landkreis Cloppenburg kein Problem dar“, postet Barßels Bürgermeister Nils Anhuth auf seiner Facebook-Seite. Und dazu ein Foto des Barßeler Rathauses mit den Fahnen.

„Zur Aktionswoche des CSD Cloppenburg e.V. haben wir unsere Rathäuser und das Kreishaus als Zeichen für Akzeptanz, Offenheit und Vielfalt in unserer Region mit Regenbogenfahnen beflaggt“, heißt es weiter.

Zwar hat der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft seit Sonntagabend die Erlaubnis der UEFA, die Regenbogen-Binde weiterhin zu tragen. Dennoch: Es mutet schon paradox an, dass die UEFA überhaupt Ermittlungen gegen Neuer eingeleitet hatte; wirbt sie doch auf den Trikots aller Nationalspieler für Respekt.

Das Gruppenfinale der Deutschen gegen die Ungaren findet an diesem Mittwoch in München statt. Die Europäische Fußball-Union hat jetzt abgelehnt, das Stadion beim Spiel in Regenbogenfarben zu beleuchten. Ein Zeichen für Toleranz, Respekt und Gleichstellung wird aber erneut Deutschlands Keeper setzen. Denn auch beim Spiel gegen Ungarn will Neuer die Regenbogen-Binde tragen.