Friesoythe - Immer mehr Patienten leiden am obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom, berichtet Professor Dr. Jens Stern-Sträter, der das Friesoyther Schlaflabor betreibt und gern von fünf auf acht Betten erweitern würde: „Hauptrisiken sind Übergewicht und Alter.“ Zwar gebe es auch normalgewichtige Erkrankte, aber nahezu jeder schwer adipöse Patient, der für eine Magenverkleinerung infrage kommt, leide auch an Schlafapnoe. Zudem lasse die Elastizität des Gewebes mit zunehmendem Alter nach, der Rachenraum falle im Schlaf zusammen. Fett am Hals könne von außen auf den Rachenraum drücken. „Sie wollen einatmen, aber wie bei einem Strohalm, bei dem die Wände nicht stark genug sind, wird der Rachen eingeengt“, so Stern-Sträter.
Frauen holen auf
Zu den weiteren Risikofaktoren in der Bevölkerung gehören abendlicher Alkoholkonsum, regelmäßiges Rauchen und die Einnahme von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln. Noch ist das Info-Material auf Männer ab dem mittleren Alter ausgelegt. „Aber es ist wie überall in der Gesellschaft: Die Damen holen auf“, sagt der Hals-Nasen-Ohrenarzt.
Das Problem: Nicht nur, dass Patienten morgens gerädert und mit leichten Kopfschmerzen aufwachen. Der gestörte Schlaf erhöhe das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle ab dem 50. Lebensjahr stark. In den Infobroschüren und Fachartikeln werden weitere Probleme aufgelistet: verminderte Leistungsfähigkeit, Nervosität, Gereiztheit, Bluthochdruck, Konzentrationsprobleme, gesteigerte Unfallrisiko im Haushalt, im Straßenverkehr – Stichwort: Sekundenschlaf – und am Arbeitsplatz. Schlafapnoe kann lebensgefährlich werden.
Andere Therapien
Als „Gold-Standard“ in der Behandlung des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms bezeichnet Dr. Jens Stern-Sträter die kontinuierliche nächtliche Überdruckatmung, die CPAP-Therapie mit einer Maske. „Durch den Luftdruck von Innen ist auch das Schnarchen weg. Das ist eines der wenigen Dinge die funktionieren.“ Es gebe wenige Patienten, bei denen operiert werden müsste. Etwa Personen, das könnten auch Kinder sein, mit sehr großen Mandeln, die die Atemwege behinderten. Neuerdings würden auch Bissschienen von den Krankenkassen bezahlt, doch diese eigneten sich nur für Patienten mit gewissen anatomischen Voraussetzungen und bei leichter oder mittelgradiger Schlafapnoe. „Die meisten Patienten sind mit der Maskentherapie sehr zufrieden und fühlen sich besser“, sagt der Facharzt.
