Oldenburg - Auch weitere Bus- und Reiseunternehmen aus der Region sind von der Stornogelder-Klagewelle des Landes betroffen: „Ja, auch wir haben kürzlich eine Klage erhalten und werden Widerspruch einlegen“, sagt Christoph Böckermann, Geschäftsführer des Oldenburger Touren- und Reiseanbieters „Sausewind“. Rund 20 Prozent seines Umsatzes generiert er über Klassenfahrten. Er geht davon aus, dass sämtliche Anbieter, die in jener Zeit Stornokosten in Rechnung gestellt haben, eine Klage erhalten haben oder noch werden. So bestätigte auch ein Sprecher von dem Reiseanbieter „alpetour“, dass die Landesschulbehörde gegen das bayerische Unternehmen eine Anklage beim Amtsgericht Starnberg eingereicht hat. Man warte nun auf den Prozesstermin.
Vor allem für kleinere Unternehmen, die sich – wie das Busunternehmen von Anton Tütjer aus Elisabethfehn – auf Klassenfahrten spezialisiert haben, sind die Zeiten besonders hart, denn Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat bereits alle Schulfahrten bis einschließlich Januar 2022 abgesagt. „Und die neue Omikron-Variante wird nicht dazu beitragen, dass es aufwärts geht“, so Tütjer. Er sei zwar dankbar, dass er in 2020 Soforthilfe und Überbrückungsgelder erhalten habe, um überleben zu können. „Aber jetzt führen die Forderungen des Landes Niedersachsen wahrscheinlich in die Insolvenz. Es wird ein langer und schmerzlicher Tod“, so der 69-Jährige. Dass es auch anders geht, zeige ein Blick ins Nachbarbundesland Nordrhein-Westfalen: „Dort wurden unsere Stornokosten anstandslos bezahlt“, sagt Tütjer.
