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Urteil am Landgericht Oldenburg Getreidediebe zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt

Franz-Josef Höffmann

Oldenburg/Friesoythe/Essen - Im Mammutverfahren gegen sieben Getreide-Diebe sind die Angeklagten am Mittwoch zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Vier ehemalige Mitarbeiter der geschädigten Futtermittelfirma in Garrel müssen für je rund drei Jahre hinter Gitter, die drei weiteren Mitangeklagten (Mitglieder einer Zirkusfamilie aus Friesoythe) für vier beziehungsweise fünf Jahre.

Die 4. Große Strafkammer des Oldenburger Landgerichtes unter Vorsitz von Richterin Judith Blohm wertete die Taten als schweren Bandendiebstahl in mehreren hundert Fällen.

5 Jahre für Zirkuschef

Der 73-jährige Chef des Zirkus, der zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt wurde, wurde des schweren Bandendiebstahls in 477 Fällen schuldig gesprochen. Die ehemaligen Mitarbeiter der Garreler Firma steckten mit den Mitgliedern der Zirkusfamilie unter einer Decke. Sie hätten „ihr Gewissen über Bord geworfen“, sagte am Mittwoch Richterin Blohm. Die Chefs der Garreler Firma hatten es nicht glauben können, dass sie ausgerechnet von den eigenen Mitarbeitern bestohlen worden waren.

Nacht für Nacht hatten die Mitarbeiter in der Zweigstelle der Garreler Firma in Essen die Lkw der drei Mitangeklagten mit Getreide beladen. Anfangs war der Zirkuschef noch mit einem Pkw-Anhänger vorgefahren. Dann aber schaffte er sich zwei Lastwagen an, die dann nachts mit Tausenden von Tonnen Getreide beladen wurden. Pro Lkw-Ladung gab es für die Mitarbeiter der Garreler Firma 225 Euro. Das Getreide selbst, das nach den jeweiligen Diebstählen in Bakum zwischengelagert wurde, wurde an andere Futtermittelfirmen bar und unter der Hand verkauft. Der Gesamtschaden beläuft sich auf rund 1,7 Millionen Euro. In dieser Größenordnung kommen nun auf die sieben Angeklagten Schadenersatzforderungen zu.

Die Abnehmer haben ein Verfahren wegen Hehlerei zu erwarten.

Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Halle als Gerichtssaal

Aufgrund des Geständnisses der Angeklagten konnte das Mammutverfahren eher beendet werden als vorgesehen. Das Verfahren mit sieben Angeklagten, vierzehn Rechtsanwälten, zwei Vertretern der Staatsanwaltschaft und sieben Richtern fand coronabedingt im Großen Festsaal der Oldenburger Weser-Ems-Halle statt.

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