Oldenburger Münsterland - Frau am Steuer – Ungeheuer. Im Landkreis Cloppenburg wird gerne gerast. Audi-Fahrer sind oft zu schnell unterwegs. Vorurteile über das Autofahren gibt es viele. Eine Datengrundlage zu den Vorwürfen rund um das Autofahren bietet der „Karambolage-Atlas“ des Versicherungsunternehmens Generali.
Dabei schneidet der Kreis Cloppenburg im Vergleich zum Nachbarkreis Vechta in Sachen Schadenhäufigkeit besser ab: Die Schadenshäufigkeit lag 2019 bei 7,6 Schäden pro 100 Kraftfahrzeugen, 2149 Euro hoch war die Schadenssumme im Durchschnitt. 8,3 Schäden pro 100 Einwohner meldet der Kreis Vechta, hier lag die Schadenshöhe mit 2499 Euro im Durchschnitt höher. Bundesweit lag die Schadenhäufigkeit bei 9,1 Prozent. Im Landkreis Ammerland liegt die Quote bei 8,1 Schäden pro 100, die Wesermarsch kam auf 6,8 Prozent.
Und wer fährt nun besser Auto beziehungsweise verursacht weniger Unfälle – Männer oder Frauen? Eine klare Antwort gibt der Karambolage-Atlas nicht. Denn er erfasst nur die Halter der Autos, nicht die Unfallverursacher. Allerdings verunfallen die Fahrzeuge von Frauen dabei seltener: Bei Haftpflichtschadensfällen – in denen der Fahrer den Unfall nicht selber verursacht hat – war in drei Prozent das Auto auf eine Frau zugelassen, in 3,4 Prozent auf Männer. Bei Kasko-Schäden – Unfall selbst verursacht oder durch ein versichertes Ereignis (Diebstahl, Wildunfall, Glasbruch) – lag der Männeranteil bei 4,5 Prozent, Frauen waren in 3,9 Prozent der Fälle Halterin des Wagens.
Ein ähnliches Bild zeigt sich im Kreis Vechta. Bei Kasko-Schäden war in 2,5 Prozent der Schäden eine Halterin versichert, in drei Prozent der Fälle gab es einen Halter. Besonders groß ist der Unterschied bei Haftpflichtschäden: 4,7 Prozent waren weiblich, 5,8 Prozent männlich.
Häufigste Schadenart war in beiden Kreisen der Sachschaden – 40,6 Prozent der Fälle im Kreis Cloppenburg, 57,9 Prozent sogar im Kreis Vechta. Im Kreis Cloppenburg folgten Glas-Schäden (30,8 Prozent), sonstige Schäden (Vandalismus, Brand/ 14,1 Prozent) und Wildunfälle (6,4 Prozent). Im Kreis Vechta gab es die gleiche Reihenfolge: Glas-Schäden (14,8 Prozent), Sonstige (10.5 Prozent) und Wildunfälle (7,9 Prozent).
Unterschiede gibt es hingegen bei den Automarken, die in den Kreisen in Unfälle verwickelt waren. So führt im Landkreis Cloppenburg Audi den „Karambolage Atlas“ an (15,5 Prozent), dann folgen Mercedes (13 Prozent) und BMW (12,6 Prozent). Im Landkreis Vechta waren Opel-Fahrer (14,6 Prozent) am häufigsten in Unfälle verwickelt. Dann folgen Mercedes (12,9 Prozent) und Audi (9,3 Prozent).
