Oldenburger Münsterland - Neue Ideen und Strategien braucht die Region – und zwar vor allem, um Fachkräfte ins Oldenburger Münsterland zu holen und dort auch zu halten. „Herausforderung Fachkräftesicherung“ heißt ein Angebot der Projekt- und Servicegesellschaft, einer Tochter der Handwerkskammer Hannover, das bei der Zukunftssicherung der Unternehmen in Südoldenburg helfen soll. Ist doch längst nicht mehr nur das Gehalt für Arbeitnehmer ausschlaggebend, wenn sie sich für eine Stelle entscheiden. Perspektiven durch Weiterbildung, flexible Arbeitszeiten und Jobsharing stehen hoch im Kurs.
Im Selbstversuch
Am besten wissen aber meist die Unternehmen selbst, was sie brauchen, um Verstärkung zu bekommen und zu halten. Und so sieht das Projekt vor, dass 15 kleine und mittelständische Unternehmen unterschiedlicher Wirtschaftsbereiche gemeinsam ein Weiterbildungsprogramm für sich und die Region erarbeiten und es anschließend im Selbstversuch testen. „Das Besondere an dem Projekt ist also, dass die Teilnehmer selbst entscheiden, welche relevanten Themen wie tief erörtert werden“, sagt Eckhard Stein, der Präsident der Handwerkskammer Oldenburg, zum Projektstart am Donnerstag.
„Es geht um passgenaue Qualifizierungsangebote“, ergänzt Projektleiterin Linda Gutt. „Die Unternehmen gestalten selbst Inhalt, Dauer und Schulungsort. Wir finden passende Experten und organisieren Termine.“
Bedarfsanalyse
Wichtige Punkte seien die individuelle Bedarfsanalyse, der Workshop mit 15 Betrieben und die Entwicklung der Formate. Bei bis zu 80 Stunden seien die Betriebe dank Förderung mit jeweils 1500 Euro Selbstkosten dabei.
Zwar komme ein „Dialogmobil“ zu dem Projekt am Dienstag, 31. August, 13 bis 18 Uhr, zur Kreishandwerkerschaft Cloppenburg und am Donnerstag, 1. September, 13 bis 18 Uhr, zum Kreishaus Vechta. Anmelden können sich Unternehmen aber schon jetzt unter
Perspektiven bieten
Ludger Wester, stellvertretender Leiter Geschäftsbereich Bildung der IHK Oldenburg, freut es besonders, dass „Handwerk und Industrie in diesem Projekt kooperieren, um die Region zu stärken“. Man müsse den Fachkräften Perspektiven geben, um sie langfristig zu binden. Nicole Bramlage, Amtsleiterin der Wirtschaftsförderung Vechta, meint, dass schon viel für die Unternehmen in der Region getan wird. Sie räumt aber auch ein, dass die Weiterbildung bisher „noch nicht so auf der Agenda stand“.
Dass die Weiterbildung ein wichtiges Thema ist, sei durch die Digitalisierung noch verstärkt worden, sagt Tina Heliosch, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Vechta. Dr. Michael Hoffschroer, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg und Ideengeber des Projekts, will zeigen, dass – wie kürzlich beobachtet – Anzeigen von Unternehmern mit angebotenen Wechselprämien nicht der richtige Weg zur Fachkräftesicherung sind.
