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Patente im Nordkreis Ein Spender für alle süßen Brötchen-Aufstriche

Johann Göken junior (links) und Johann Göken senior mit den verschiedenen Honig- und Marmeladenspendern.

Johann Göken junior (links) und Johann Göken senior mit den verschiedenen Honig- und Marmeladenspendern.

Eva Dahlmann-Aulike

Thüle - Wenn Johann Göken senior (80) in seine Werkstatt verschwindet, kommt er häufig mit einer Lösung für ein Problem wieder heraus. Das passiert oft. „Vater ist schon technisch versiert. Der wäre sicher auch in anderen Branchen ein erfolgreicher Entwickler geworden. Wir haben bei uns gar nicht alles umgesetzt“, sagt sein Sohn Johann Göken junior (52). Mit einem Honigspender ist der Honigversand Hof Göken jedoch sehr erfolgreich. In vielen Hotels steht die patentierte Entwicklung aus Thüle auf dem Frühstücksbuffet. Nicht nur Honig können sich die Gäste portionsweise abfüllen. Auch Konfitüren, Ahornsirup oder Agavendicksaft oder palmölfreie Nuss-Nougatcreme. So werden Müll und Lebensmittelverschwendung verringert.

Abfall vermeiden

Am Anfang stand allerdings ein anderes Problem: Seit 1812 versendet Familie Göken Honig. Doch die Großfamilien, die ihren Vorrat in den klassischen Blecheimern ordern, gibt es kaum noch. Honig in Gläsern ist schwer und im Versand anfällig für Bruch. Gökens setzten bereits vor mehr als 60 Jahren auf das Abfüllen in Plastikschläuchen – die sind leicht, gehen nicht kaputt und sparen sehr viel Müll. „Ein Schlauch hat weniger Plastik als der Deckel eines Honigglases“, sagt Göken senior. Auch könne man nahezu sämtlichen Honig aus der Hülle quetschen. Für seine Privatkunden entwickelte er bereits vor 25 Jahren einen handlichen Honigspender, in den die Schläuche eingelegt werden konnten.

Als die Firma Langnese als erste die Quetschflasche für Honig in die Supermärkte brachte, war Gökens Honigspender zunächst passé. Doch in der Hotelgastronomie entwickelte sich ein neuer Trend: Die Gäste sahen es kritisch, wenn zu viele Einwegverpackungen verwendet werden und sich Müllberge auf dem Frühstückstisch türmen. „Auf der ersten Messe 1988 in München haben wir 300 Spender in drei Tagen verkauft“, berichtet Johann Göken junior. Bis diese ausgeliefert werden konnten, dauerte es ein halbes Jahr, denn Gökens hatten keine große Produktionsstätte für die Spender.

Seitdem wachse das Geschäft mit den Honigspendern, die aber auch für Marmelade, Nussnougatcreme oder Sirup verwendbar sind. Viele Hotels setzen auf Nachhaltigkeit, der größte Kunde des Hofs Göken ist Disneyland Paris. Nur in der Corona-Pandemie sei das Geschäft zurückgegangen, berichtet Göken senior. Aus hygienischen Gründen wurde da wieder auf Wegwerfverpackungen gesetzt. Doch gerade in Deutschland liege die Zukunft in müllfreien Lösungen. Das hätten auch andere Hersteller erkannt und böten nun Spender an. „Aber die machen Werbung für uns“, sagt Göken junior. Denn deren Vertriebsmitarbeiter überzeuge die Hotels, dass sie Honig- und Marmeladenspender bräuchten. „Aber unsere sind hübscher, die sehen nicht aus wie von der Autobahnraststätte.“

Internationales Geschäft

Einen weiteren Schritt ins internationale Geschäft wird der Hof Göken mit einer Spender-Weiterentwicklung machen, die Johann Göken senior 2019 zum Patent angemeldet hat. Gedacht war er als Nutella-Spender und entstand in Zusammenarbeit mit Ferrero Deutschland. Denn die Marken-Nussnougat-Creme gab es bisher nur in Einwegverpackungen. Ferrero entschied sich zwar gegen Gökens Spender und setzt stattdessen auf ein Gerät, das die Creme anwärmt. Diese werden nun über Göken in den Hotels vertrieben. Doch von ihrer neuen Technik sind Gökens überzeugt: Eine Walze drückt den Inhalt eines Beutels nahezu rückstandslos aus. „Von 1,2 Kilogramm Material bleiben zehn Gramm übrig. Das ist unschlagbar“, versichert Göken junior.

Eva Dahlmann-Aulike
Eva Dahlmann-Aulike Redaktion Münsterland
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