Barssel/Scharrel - „Bitte einsteigen. Genießen Sie die einmalige Fahrt, nur für die Anrainer der Strecke zwischen Barßel und Scharrel, sogar passend von Mühle zur Mühle“, hieß es am Pfingstmontag beim Verein Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland (MABS).
Mit dem alten Schienenbus ins Saterland fahren, das ist seit vielen Jahren nichts Neues, denn die Museumsbahn kommt oft mit einem vollen Zug aus Oldenburg ins Saterland. Doch diese Fahrt war etwas Besonderes.
Sie war eine Premiere und fand anlässlich des Deutschen Mühlentages statt. Denn sowohl in Scharrel als auch in Barßel stehen noch zwei Windmühlen in Bahnhofsnähe. So nutzten dann auch zahlreiche Fahrgäste die Möglichkeit, nach der nostalgischen Bahnfahrt die Denkmalgeschützen Gebäude in Barßel und Scharrel zu besichtigen.
Zeichen für die Region
Der letzte reguläre Personenzug auf der Strecke verkehrte im Jahr 1968. Mit dieser sozusagen öffentlichen Mühlenfahrt wollte der gemeinnützig anerkannte und ausschließlich ehrenamtlich tätige Verein aus Ocholt ein Zeichen setzen, dass auch ohne öffentliche Unterstützung ein Personennahverkehr auf der Strecke möglich ist. „Es soll ein Zeichen für die Region und für den Schienenpersonennahverkehr sein“, so Vorstandmitglied Helmut Boekhoff.
Nach 55 Jahren Pause war es ein Höhepunkt in der Geschichte der MABS, öffentlich mit einem „Bummelzug“ von Barßel nach Scharrel oder umgekehrt im Pendelverkehr fahren zu können. Es ging durch das alte Seemannsdorf Barßel, an alten Bahnhöfen und drei Windmühlen vorbei und über die historische Waagebalken-Klappbrücke von 1959 über den Elisabethfehnkanal. „Das Schienenangebot wurde sehr angenommen. Mit soviel Zuspruch an Fahrgästen hatten wir nicht gerechnet. Das übertraf alle unsere Erwartungen“, sagte die Vorsitzende der MABS, Sabine Trumpf.
Nostalgische Fahrt
Die Gäste waren von der Fahrt begeistert. So auch das Ehepaar Matthias und Heike Röben aus Flachsmeer. „Wir sind zum ersten Mal mit der Museumseisenbahn gefahren. Es ist toll.“ Auch Ute von Dreusche und Barbara Gatterdam aus Barßel waren von der nostalgischen Fahrt begeistert. Auch die beiden Freundinnen saßen zum ersten Mal in dem Zug.
An dieser Aktion beteiligten sich insbesondere auch die Mühlenvereine aus Barßel und Scharrel. In Scharrel wurden die Fahrgäste und auch die anderen Besucher mit verschiedenen Köstlichkeiten bewirtet. Und bei dem schönen Wetter gab es unter den Mühlenflügel im Saterland auch Eis. Werner Ubbens demonstrierte den Besucher alte Maschinen.
In Barßel begrüßten der freiwillige Müller Franz Cloer und sein Team in der Ebkenschen Windmühle die Gäste. Hier waren das Mühlenbrot und das selbst gemahlenes Mehl der Renner. Bei speziellen Führungen in beiden Bauwerken erfuhren Besucher mehr über die Technik der Mühlen.
