Cloppenburg - Premiere bei der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta (PI) und den Machern. Erstmalig boten beide Institutionen unter dem Motto „Sicherheit erfahren“ eine Präventionstour durch Cloppenburg an. Andreas Bonk, Beauftragter für Kriminalprävention, und Achim Wach, Verkehrssicherheitsberater, fuhren mit zwölf Teilnehmenden durch die Stadt. An neuralgischen Punkten machte Wach auf die Sicherheit der Fahrradfahrenden aufmerksam.
„Selbstverständlichkeit“
„Dass Fahrradfahrende auf die Straße gehören, wenn nicht das blaue Schild es anders vorschreibt, ist eine Selbstverständlichkeit“, sagte er, „auf der Straße werden sie am besten gesehen“. Anders sei es beim weißen Schild mit schwarzem Fahrrad-Emblem an Bürgersteigen. Hier seien Fahrräder geduldet. Ein Klingeln, um den Weg frei zu bekommen, gehöre sich nicht. Auch begutachteten die Teilnehmenden, wie sicher Fahrräder abgestellt waren. Wach machte einen Unterschied zwischen „angeschlossen und abgeschlossen“. Nur abgeschlossene Fahrräder seien in wenigen Sekunden von Dieben „verladen“, während angeschlossene Fahrräder an einem fest installierten Gegenstand schwerer zu entwenden seien. Die Kombination aus beidem sei eine sehr gute Sicherung.
Zurück auf die Straße: Fahrradfahrende hätten sich beim Kreisverkehr genauso zu verhalten wie Autofahrer. „Entgegengesetzt zu fahren ist gefährlich und strafbar“, wurde er deutlich. Bonk wies im Verlauf der Fahrradtour auf die Zunahme von Taschendiebstählen hin. „Die Täter gehen ganz klassisch im Supermarkt vor“, informierte er. „Das ‚Opfer‘ wird zum Beispiel in ein Gespräch verwickelt und ein weiterer Täter entwendet die Geldbörse. Es ist höchste Aufmerksamkeit geboten.“ Der sogenannte Enkeltrick verlagere sich mehr auf den Handytrick, sagte er. Die Telefonnummer werde über ein Computerprogramm generiert. So kämen die Täter an die Handynummer der „Opfer“. 20 bis 30 Prozent Betroffene stellt Bonk in seinen Vorträgen vor Seniorengemeinschaften fest. Der Schaden des Betruges mit den falschen Polizeibeamten bezifferte Bonk auf 4,5 Millionen Euro.
Schutz im Privatem
Von 7800 Fällen seien 200 erfolgreich gewesen, informierte der Kriminaloberkommissar. Neu seien die sogenannten „Ping-Anrufe“. Hierbei kann es sich um einen Lock-Anruf handeln, dessen einziger Zweck darin liegt, den Rückruf auf eine teure Rufnummer zu provozieren. „Die Konsequenz sieht man dann auf der nächsten Telefonrechnung“, sagte Bonk. In der PI demonstrierte Bonk, wie leicht sich ein gängiges Fenster öffnen lässt. Er empfahl auch dort genau zu schauen und eventuell aufzurüsten oder beim Neukauf auf einbruchsichere Fenster zu achten. Mit einer Tasche voll Informationsmaterial, darunter auch ein Antrag, den Eintrag aus dem Telefonbuch zu löschen, ging eine informative und zu wiederholende Sicherheitsfahrt zu Ende.
