Garrel/Falkenberg - Von Garrel aus mit dem Fahrrad über die Schmählstraße nach Falkenberg und weiter in Richtung Golfplatz und Thülsfelder Talsperre – schon im Sommer des kommenden Jahres könnte mit dem Bau des Fahrradweges gestartet werden. In diesem Jahr soll die Bauleitplanung für das touristisch interessante Projekt laufen.
Derzeit ist Markus Banemann aus dem Bauamt der Gemeinde Garrel damit beschäftigt, die Pläne für den Radweg zu erstellen. Auf dieser Grundlage wird Bürgermeister Thomas Höffmann in den nächsten Wochen die Gespräche mit Grundstückseigentümern führen. Denn auf einige private Flächen ist die Gemeinde angewiesen, bestätigte Höffmann im Gespräch mit unserer Redaktion.
2,50 Meter breit soll der Radweg werden, um genügend Platz für schnelle Pedelec-Fahrer auch im Begegnungsverkehr zu ermöglichen.
Ausgehend von dem Bahnübergang Falkenberger Straße/Hollberg/Industriestraße führt der Radweg bis in den Ort Falkenberg, um dort auf den vorhandenen Radweg aufzumünden. Am Ortsausgang Hoher Weg geht es weiter in Richtung B 72.
Auf welcher Straßenseite, ist aber noch nicht abschließend geklärt. Der neue Radweg soll von der Fahrbahn abgesetzt werden.
Kosten
Gesamtkosten von rund 1,75 Millionen Euro sind kalkuliert. Aus dem Sonderprogramm zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse (GVFG-Mittel) wird der Bau mit bis zu 75 Prozent bezuschusst. Für die Gemeinde blieben noch rund 440 000 Euro.
Zwar habe es einige Diskussionen ob der zusätzlich versiegelten Flächen gegeben, allerdings halte er den Radweg für vernünftig und sinnvoll, sagte Bürgermeister Höffmann. Er jedenfalls würde sich als Fahrradfahrer auf einem abgesetzten Radweg deutlich sicherer fühlen als auf der Straße. Und wenn der neue Radweg dazu beitrage, mehr Menschen auf den Drahtesel steigen zu lassen, sei aus ökologischen Gründen viel gewonnen. Aus touristischer Sicht sei der Radweg auch mit Blick auf die Urlauber rund um die Talsperre sinnvoll.
Der Verwaltungschef sieht diesen Radweg als Teil eines Radwege-Konzeptes für die gesamte Gemeinde. Denn sowohl innerhalb des Ortskerns Garrels mit der Hauptstraße als auch außerhalb erkennt Höffmann Verbesserungsbedarf.
Hauptstraße
Beispiel Hauptstraße: Im Ortskern Bösels müssen Fahrradfahrer seit der Eröffnung des neuen Kreisverkehrs auf der Fahrbahn Garreler Straße/Friesoyther Straße fahren. Auch in Gemeinden rund um Garrel herum werden Radfahrer innerorts vermehrt auf die Straßen geschickt. Hintergrund: Unfalluntersuchungen haben gezeigt, dass der Radverkehr im innerörtlichen Bereich auf der Straße sicherer fährt, weil er sich im Sichtfeld des Kfz-Verkehrs befindet. „Insbesondere in innerörtlichen Kreisverkehren, bei Grundstückszufahrten und Straßeneinmündungen sind immer wieder Verkehrsunfälle mit Radfahrenden zu verzeichnen“, teilt der Landkreis Cloppenburg auf Anfrage unserer Redaktion mit. „Durch die Nutzung derselben Fahrbahn werden Radfahrer wesentlich besser wahrgenommen.“
Ob der Radverkehr auf der Straße fahren kann oder soll, sei unter anderem von den räumlichen Möglichkeiten abhängig. „So ist zu prüfen, ob innerorts regelkonforme Nebenanlagen wie Rad- und Fußwege gebaut werden können. Darüber hinaus spielt das Verkehrsaufkommen vor Ort eine Rolle und wie die Städte und Gemeinden der Förderung des Radverkehrs begegnen.“ Gerade das hohe Verkehrsaufkommen mit einem hohen Anteil an Schwerlastverkehr ist auf der Hauptstraße in Garrel ein Problem. Auf der anderen Seite verlaufen aber auch die Geh- und Radwege teils sehr eng an Gebäuden vorbei und sorgen so für Gefahrenpunkte. In den Kreuzungsbereichen kommt es immer wieder zu Unfällen mit beteiligten Fahrradfahrern.
