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Anekdoten zur Führerscheinprüfung Drei Mal links ab – Prüfung bestanden

Das ist der alte Führerschein von Erich van Westen.

Das ist der alte Führerschein von Erich van Westen.

Ramsloh - Das war für Erich van Westen nun wirklich keine Herausforderung. Als er 1959 in Friesoythe seinen Lkw-Führerschein machte, stieg er vor der Marienkirche an der Lange Straße in den 90-PS-Mercedes. Mit dem 7,5-Tonner musste er links auf die Kirchstraße einbiegen, kurz darauf links auf die Burgstraße und dann wieder links auf die Lange Straße. Das war’s. Keine 500 Meter. Keine Rechtskurve. Kein Rangieren. Dafür hieß es nach nur ein paar Minuten: Glückwunsch. Prüfung bestanden – den Autoführerschein gab es übrigens ohne Praxistest automatisch obendrauf. So recht glauben kann es der Ramsloher heute noch nicht, wenn er diese Geschichte erzählt. „Aber so war es damals“, sagt der 80-Jährige. Und von der Kirche aus ging es gleich weiter zum Hansaplatz. Auf einer NSU machte er direkt im Anschluss seinen Motorradführerschein. Er musste eine Acht fahren. Das war’s. Glückwunsch. Prüfung bestanden.

120 D-Mark

An die wenigen Fahrstunden in der Fahrschule Theo Dirks in Barßel hat er kaum noch Erinnerungen. An den Preis schon. 120 D-Mark. „Das klingt nicht viel. Aber zu der Zeit machte ich eine Lehre zum Maschinenbauer und verdiente 30 D-Mark im Monat“, sagt van Westen. Die Investition sollte sich für ihn später aber noch lohnen.

Mit 23 Jahren machte er dann seinen Busführerschein. „Ich bin aber nur hin und wieder Touren gefahren.“ Spannender fand er das Lkw-Fahren. 1978 kaufte er sich einen Transporter und machte sich in Ramsloh-Hollen mit einer Spedition selbstständig. Die ersten längeren Fahrten führten nach Frankreich. Weitere internationale Touren folgten. So ging es zum Beispiel in den 1980er Jahren öfter nach Polen, da van Westen dort Europaletten für hiesige Unternehmen produzieren ließ und diese dann selbst abholte.

Frist für Umtausch

Die alten Führerscheine werden in den nächsten Jahren nach und nach umgetauscht. Es gibt Fristen zum Umtausch, die sich an den Jahrgängen des Inhabers orientieren. Für diejenigen, die vor 1953 geboren wurden, gilt der Stichtag 19. Januar 2033, unabhängig davon, wann der Führerschein ausgestellt wurde. Für alle anderen mit älteren Papieren, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden, gelten bestimmte Fristen: Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958 bis zum 19. Januar 2022, 1959 bis 1964 bis zum 19. Januar 2023, 1965 bis 1970 bis zum 19. Januar 2024 und 1971 und jünger bis zum 19. Januar 2025. Führerscheine, die nach dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurden, werden nach Ausstellungsjahr befristet: 1999 bis 2001: Umtausch bis 19. Januar 2026; 2002 bis 2004 Umtausch bis 19. Januar 2027; 2005 bis 2007 Umtausch bis 19. Januar 2028, 2008 Umtausch bis 19. Januar 2029; 2009 Umtausch bis 19. Januar 2030, 2010 Umtausch bis 19. Januar 2031, 2011 Umtausch bis 19. Januar 2032 und 2012 bis 18. Januar 2013 Umtausch bis 19. Januar 2033.

Noch hinterm Steuer

Die Spedition gibt es noch heute. Zwölf große Fahrzeuge sind für die „van Westen Transport und Baustoffe GmbH“ im Einsatz. Und der Seniorchef sitzt auch noch hinter dem großen Lenkrad. Erst im vergangenen Jahr hat er seine Fahrtauglichkeit für den Güterfernverkehr unter Beweis gestellt. „Alle fünf Jahre steht so ein Test an“, sagt van Westen. Fünf Module zu je acht Stunden müssen dafür absolviert werden. Sehkraft und Reaktionsvermögen würden dabei natürlich eine wichtige Rolle spielen, so der 80-Jährige. Bis 2025 könnte er also noch mit dem Lkw unterwegs sein.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)
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