Ramsloh - Seit dem vergangenen Wochenende gilt am Hollener See bei Ramsloh ein Alkoholverbot. Die Gemeinde Saterland hatte dazu am Freitag eine Allgemeinverfügung erlassen. Darüber hinaus ist seit Freitag auch ein Sicherheitsdienst an dem Gewässer im Einsatz.
Hunderte Personen feiern
Saterlands Bürgermeister Thomas Otto sah sich zu diesem Schritt veranlasst, da das Gelände am Hollener See in den vergangenen Wochen „zu einem beliebten Treffpunkt vor allem für Jugendliche und junge Erwachsene“ geworden sei, die dort teilweise exzessiv feierten. „Dabei handelt es sich nicht nur um kleinere Gruppen, sondern immer mehr auch um größere, spontane Personenansammlungen. Phasenweise wurden zwischen 600 und 1000 Personen geschätzt“, heißt es in der Begründung der Allgemeinverfügung. Das Alkoholverbot soll nun bis zum 31. Juli in Kraft bleiben. Ein weiteres Problem war auch jede Menge Müll um den See herum.
Höhepunkt am vergangenen Donnerstag
Höhepunkt der Feiern war am vergangenen Donnerstag gewesen, als bis zu 1000 Personen dort zum Teil stark alkoholisiert gefeiert hatten. Passanten, Spaziergänger und Familien am See fühlten sich laut Allgemeinverfügung durch das trunkenheitsbedingte Verhalten – laute Musik, grölen, anpöbeln – der feiernden Personen belästigt und verließen das Gelände. „Der Hollener See ist ein Naherholungsgebiet und kein Partygelände“, betonte Bürgermeister Otto am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion.
Kontrollen durch Sicherheitsdienst
Am Wochenende sei es zu keinen größeren Zwischenfällen am See gekommen. Der Sicherheitsdienst hätte mit Aufklärungsgesprächen viele Situationen entschärfen können. Das bestätigt auch Kevin Vos, Pächter des Kiosk am Hollener See. Am Wochenende habe es gut geklappt. Das Alkoholverbot soll bis zum 31. Juli in Kraft bleiben.
Kritik am Alkoholverbot
Kritik am Vorgehen der Gemeinde gab es unter anderem im sozialen Netzwerk Facebook. Einige Kommentatoren fanden das Alkoholverbot überzogen. Die Jugend würde unter Generalverdacht gestellt und hätte in den vergangenen Monaten aufgrund der Corona-Pandemie auf einiges verzichten müssen, hieß es unter anderem. Bürgermeister Otto verwies auf die geltenden Corona-Schutzregeln und Jugendschutzgesetze. Wenn es am Hollener See „nicht mehrfach grobe Verstöße gegeben hätte, die zu Einsätzen von Polizei und Rettungsdienst geführt haben, hätten wir uns auch nicht veranlasst gesehen, nun diesen Schritt zu gehen“, schrieb der Bürgermeister. Die Alternative wäre eine komplette Sperrung gewesen, wie sie die Gemeinde Emstek am Halener Badesee erlassen hatte. „Das würden wir gern vermeiden!“, so Otto.
Zahlreiche Scherben im Sand
Auch Kevin Vos, Pächter des Kiosks am Hollener See, kann die Kritik nicht verstehen. Badegäste hätten am Donnerstag die Polizei gerufen, weil sie sich gestört fühlten. Auch habe eine Gruppe den Zeltplatz wieder verlassen. Darüber hinaus hätten er und sein Team in den vergangenen Wochen unzählige Stunden damit verbracht, am Sandstrand Scherben von zerbrochenen Flaschen auszusieben.
„Wir haben Verständnis für die Jugend“, sagt Vos. Immer wieder sei das Gespräch gesucht worden, jedoch ohne Erfolg. Auch der Gemeindejugendpfleger sei vor Ort gewesen, ebenfalls erfolglos. Das Argument „Wir waren auch mal jung“ treffe hierbei nicht so. Denn so habe man sich früher nicht benommen, sagt Vos. Hervorheben möchte er aber Jugendliche, die seinem Team beim Müllbeseitigen geholfen haben. Leider seien diese nur die Minderheit.
