Ramsloh - Seit rund drei Wochen ist der neue Saterfriesisch-Beauftragte Henk Wolf nunmehr im Rathaus in Ramsloh tätig. Am Dienstagmorgen haben ihn Stephan Dannebaum und Margret Göken vom Seelter Buund gemeinsam mit Saterlands Bürgermeister Thomas Otto offiziell willkommen geheißen. Mit dem Sprachwissenschaftler aus der Nähe von Veendam in den Niederlanden gibt es erstmals im Saterland einen hauptamtlichen Saterfriesich-Beauftragten.
„Wir sind sehr erfreut, mit Henk Wolf erstmals einen hauptamtlichen Saterfriesisch-Beauftragten zu haben und die ganze Arbeit nicht mehr nur mit ehrenamtlichen Kräften stemmen zu müssen“, sagte Vorstandssprecher Stephan Dannebaum. Angestellt ist Henk Wolf bei der Oldenburgischen Landschaft – sein Büro hat er im Rathaus in Ramsloh. Bürgermeister Thomas Otto versprach, Wolf und den Seelter Buund bei deren Bemühungen zu unterstützen. Es sei wichtig, dieses einzigartige Kulturgut zu erhalten und zu fördern.
Seit zwei Jahren bemüht
Vor mehr als zwei Jahren hatte der Seelter Buund die Initiative ergriffen und bei der Gemeinde für einen hauptamtlichen Saterfriesisch-Beauftragten geworben. Im Dezember 2019 bewilligte dann der Rat entsprechende Haushaltsmittel. Um an eine Landesförderung zu kommen, stellte nicht die Gemeinde, sondern die Oldenburgische Landschaft einen Förderantrag und bekam die Zusage für eine hauptamtliche Halbtagsstelle. „Wir haben förmlich Luftsprünge gemacht, denn mit dieser hauptamtlichen Stellenbesetzung haben wir einen Meilenstein in unserem Bemühen um den Erhalt der saterfriesischen Sprache getan“, betonten Dannebaum und Göken
„Ein wenig habe ich mich in den vergangenen Wochen bereits eingelebt. Ich war schon ein wenig im Saterland unterwegs und habe mit dem einen oder anderen Saterfriesen gesprochen“, erzählte Henk Wolf. Auch habe er bereits mit Harald Grosser, dem Sohn von Gretchen Grosser, wegen ihres saterfriesischen Nachlasses ein Gespräch geführt.
Saterland schon bekannt
Dem Saterfriesisch-Beauftragten ist das Saterland nicht fremd. Der 47-Jährige hatte sich bereits in den 90er Jahren über eine Jugendorganisation mit jungen Saterfriesen getroffen gehabt. Gemeinsam habe man viel am Hollener See gezeltet und dabei auch die Saterfriesin Gretchen Grosser besucht, erinnert er sich.
Dannebaum und Göken haben dem Saterfriesich-Beauftragten auch ihre künftigen Anliegen und Projekte angetragen. Ganz oben auf der Liste steht dabei, die saterfriesische Sprache auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ins Gedächtnis zu bringen. Es gebe zahlreiche junge, motivierte Leute, die diese Sprache gern erlernen würden. Arbeitsgemeinschaften in den Kindergärten und Schulen reichten nicht aus, die Sprache auf Dauer am Leben zu erhalten. Wichtig sei es, dass auch nach der Schule das „Seeltersk“ gesprochen werde. Daher möchte der Seelter Buund die Jugend stärker in das Vereinsleben einbinden und bei ihnen für den Erhalt des „Seeltersk“ werben.
