Ramsloh/Scharrel - Auf die Gemeinde Saterland kommt wohl in den nächsten Jahren ein größeres Bauprojekt zu. Wie am Donnerstagabend im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Verkehrswesen, Fremdenverkehr und Digitalisierung (WVFDA) vorgestellt, muss der gemeindeeigene Bauhof in Scharrel erneuert werden. Die bauliche Situation entspräche nicht mehr dem heutigen Standard, habe ein Gutachten ergeben, heißt es von der Gemeindeverwaltung. So gebe es zum Teil erhebliche bauliche Mängel und Platzprobleme. Die vorhandenen Hallen und Remisen seien in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Auch der Gemeindeunfallversicherungsverband habe die bauliche Situation bemängelt, sagte Bauamtsleiter Matthias Neiteler.
Erste Planungen
Da die Mitglieder des WVFA bereits im Jahr 2019 bei einer Besichtigung des Bauhofes Handlungsbedarf sahen, hatte die Verwaltung ein Architektenbüro mit einer ersten Planung beauftragt. Vorgesehen ist nach dieser ein Multifunktionsgebäude im vorderen Bereich des Geländes. Im Erdgeschoss soll es unter anderem mehrere Büros, sanitäre Anlagen und einen Technikraum sowie im Obergeschoss einen großen Aufenthaltsraum – auch für Schulungen – ebenso wie Umkleiden für Frauen und Männer sowie Duschen und Toiletten und weitere Lagerräume geben. An das Multifunktionsgebäude soll dann eine Hallenkonstruktion anschließen. Diese soll mit einer Werkstatt mit gleichzeitiger Schlosserei, einer Tischlerei, einer Waschhalle, Lagerfläche und großer Maschinenhalle ausgestattet sein.
Die Gemeinde geht derzeit von einem Investitionsvolumen von 4,5 Millionen Euro für den Abriss der bestehenden Gebäude und die Neubauten aus, berichtete Neiteler.
Notwendigkeit gesehen
Darüber hinaus wurde laut Gutachten empfohlen, die Mitarbeiterzahl des Bauhofs um bis zu vier Stellen zu erhöhen sowie beim Fuhrpark einen oder zwei Schlepper sowie einen Sprinter zu erneuern und diesen um einen Doppel-Kabinen-Pritschenwagen zu erweitern.
Er kenne den Bauhof seit 30 Jahren, die Notwendigkeit sei erkennbar, sagte Bernd Krone von der CDU/FDP-Fraktion. Die Planungen seien zukunftsweisend. Trotz der hohen Summe sei der Neubau „kein Wunschkonzert, sondern ein reiner Funktionsbau“, sagte auch Bürgermeister Thomas Otto (parteilos). Der Bauhof werde auf den heutigen Stand der Technik gebracht und der wachsenden Gemeinde verbunden mit wachsenden Aufgaben und Personal angepasst.
Auch wenn die Ausschussmitglieder den Bedarf für den Neubau sahen, wurde eine Entscheidung einstimmig vertagt. Auf Antrag von Stefan Meyer im Namen der CDU/FDP-Fraktion wurde der Tagesordnungspunkt – unter anderem wegen der hohen Investitionssummer – ohne Beschlussempfehlung an die Haushaltsberatung abgegeben. Das sei der richtige Weg, sagte auch Otto. Wenn man Bedenkzeit brauche und sich noch etwas erklären lassen möchte, sollte man sich die Zeit nehmen. Das Gruppe SPD/Grüne stimmte zu.
