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Streit im Saterland Benten übt heftige Kritik an Bürgermeister

Hans Passmann

Ramsloh - Diese Kandidatur ist bundesweit wohl einmalig und sehr außergewöhnlich. Saterlands Bürgermeister Thomas Otto (parteilos) strebt zwei politische Ehrenämter im Landkreis Leer an. Er tritt auf den Grünen-Listen für den Uplenger Rat und Kreistag Leer an. Mit dieser Ankündigung hat er für Verwunderung in der Bevölkerung, in der Politik und nicht zuletzt beim Rat der Gemeinde Saterland gesorgt.

Zusage nicht einlösen

Sollte Otto in eines oder beide Ehrenämter gewählt werden, kann er die Zusage aus dem Bürgermeister-Wahlkampf 2018 nicht einlösen, in das Saterland zu ziehen. Heftige Kritik hagelte es in der Sitzung des Gemeinderates am Montag in Ramsloh vom Strücklinger Jann Zimmermann und von Ratsherr Bernd Benten (CDU). „Es ist ein einmaliger Vorgang und nicht zu verstehen, auch wenn es rechtlich dagegen nichts einzuwenden gibt. Da haben die Landesväter bei der Gesetzgebung geschlafen bzw. nicht vermutet, dass so etwas möglich ist“, meinte Benten.

Otto würde nicht nur das Ansehen der Gemeinde, sondern auch das Amt des Bürgermeisters massiv schädigen. Es sei viel Vertrauen verloren gegangen. „Es scheint, als hätten Sie kein Interesse mehr am Saterland. Ihre Aussage, man könnte die politischen Ämter nebenbei machen, ist erniedrigend für die Arbeit der Ratsmitglieder.“

Damals hätte er zugesichert, er wolle mit seiner Familie ins Saterland ziehen. In Wittensand hatte er auch ein Zweifamilienhaus gebaut. Seinen Hauptwohnsitz hat Otto aber nach wie vor in Neudorf (Gemeinde Uplengen). „Daran ist nichts Verwerfliches. Darüber hätten Sie den Rat aber rechtzeitig informieren sollen. Unterlassen sie bitte in Zukunft solche Scharmützel“, meinte Benten.

Ähnlich war auch die Kritik von Jann Zimmermann. „Sie haben das Vertrauen der Bevölkerung missbraucht. Auch das Versprechen, ins Saterland zu ziehen, halten Sie nicht. Ziehen Sie daraus bitte die Konsequenzen.“

Mit allen Kräften

Er könne mit Blick auf einen anderen Landkreis das Beste aus zwei Welten vereinen und kreisübergreifend Dinge anstoßen, rechtfertigte sich der Bürgermeister. Er verwies auch darauf, dass es eine Privatangelegenheit und letztlich ein Hobby sei. Sein Haus in Wittensand werde er zwar nicht verkaufen, aber auch nicht mit seiner Familie ins Saterland ziehen.

Ottos Argumentation: „Meine Frau möchte nicht in das Saterland ziehen. Das muss ich respektieren und meine Familie liegt mir am Herzen und geht mir vor den Interessen der Gemeinde Saterland.“ Gleichwohl werde er sich weiterhin mit allen Kräften als Bürgermeister für die Belange des Saterlandes einsetzen.

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