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Ratssitzung in Bösel Solaranlagen auf öffentlichen Dächern in Bösel gefordert

Photovoltaik-Anlagen (PV) auf Gewerbedächern sind in Niedersachsen ab 2023 vorgeschrieben.

Photovoltaik-Anlagen (PV) auf Gewerbedächern sind in Niedersachsen ab 2023 vorgeschrieben.

Julian Stratenschulte/dpa

Bösel - Auf alle Gebäude der Gemeinde Bösel – bestehende sowie Neubauten – sollten Photovoltaikanlagen installiert werden. Das fordern die Fraktionen der FDP und der Bürger für Bösel in einem gemeinsamen Antrag, der am Mittwoch, 16. November, in der Ratssitzung diskutiert wird. Sie beginnt um 17 Uhr, im Ratssaal im Rathaus Bösel. Die Gemeindeverwaltung soll prüfen, wo Photovoltaikanlagen möglich und sinnvoll sind sowie deren Installation vorantreiben.

Beitrag der Kommune

Jede einzelne Kommune könne einen eigenen Beitrag dazu leisten, klimaneutral zu werden und das Thema bei den Bürgern präsenter zu machen, argumentieren FDP und BfB. Das Land Niedersachsen habe bereits eine „Solarpflicht“ für Nicht-Wohngebäude für das Jahr 2023 beschlossen. Mindestens 50 Prozent der gewerblichen Dachflächen sollen bei neuen Gebäuden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden, um gesteckte Klimaziele erreichen zu können. Auch wenn die Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen deutlich zugenommen habe: Um die gesteckten Ziele des EU-Green-Deal zu erreichen, muss noch einiges an Fläche hinzukommen. 2020 wurden deutschlandweit etwa 50 Terawattstunden Solarstrom erzeugt, bis 2030 sollen es 300 bis 400 Terawattstunden sein. Dafür seien circa 1,8 bis 2,4 Milliarden Quadratmeter Solarfläche erforderlich, berichten FDP und BfB.

Weitere Argumente

Doch es gebe auch wirtschaftliche Argumente, auf gebäudeintegrierte Photovoltaik zu setzen: Ohnehin vorhandene Fläche könne zusätzlich genutzt werden, bei neuen Systemen könnten die PV-Elemente auch Teil der Dächer oder Fassaden sein, der Strom könne im Gebäude selbst oder für E-Lade-Säulen verwendet werden.

Das Gebäudeenergiekonzept werde verbessert, wenn eine Photovoltaikanlage in eine strombasierte Wärmeversorgung eingebunden sei. Zudem rechnen die beiden Fraktionen vor, dass eine 50 bis 60 Quadratmeter große PV-Anlage, die bei optimaler Ausrichtung etwa 10 000 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen könne, sich in rund zehn Jahren bezahlt gemacht haben könne, wenn man rund 30 Prozent des Stroms selbst nutze und den Rest einspeise.

In der Vorlage für die Ratssitzung stellt die Gemeindeverwaltung fest: „Inhaltlich deckt der Antrag einen Teilbereich eines ohnehin schon gemeinsam formulierten Prüfungsauftrag zur Neuausrichtung des Energiekonzepts der Gemeinde ab.“

Daher solle der Antrag in den Ausschuss für Wirtschaft, Umwelt, Planung, Bau und Verkehr überwiesen werden, um dort als Teil des Gesamtthemas einzufließen.

Weitere Ratsthemen

Weitere Themen in der Ratssitzung werden die Erhebung von Straßenausbaugebühren für die Baumstraße zwischen Hauptstraße und Petersdorfer Graben in Petersdorf, sowie die Vergabe von Grundstücken im Baugebiet Südlich Neuland sein.

Eva Dahlmann-Aulike
Eva Dahlmann-Aulike Redaktion Münsterland
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