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Ratssitzung in der Gemeinde Barßel Keine Chance für Baumschutzsatzung

Eine Schutzsatzung für Bäume wird es in der Gemeinde Barßel nicht geben.

Eine Schutzsatzung für Bäume wird es in der Gemeinde Barßel nicht geben.

dpa

Barßel - In der Gemeinde Barßel wird es keine Baumschutzsatzung geben. Ein entsprechender Antrag der Fraktion Bündnis90/Die Grünen ist bei 21 Nein-, fünf Ja-Stimmen und einer Enthaltung am Mittwochabend in der Sitzung des Rates der Gemeinde Barßel im Gemeindehaus der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in Elisabethfehn abgelehnt worden. Unsere Redaktion gibt einen Überblick über den Diskussionsverlauf.

Grüne

Als eiserner Verfechter einer Baumschutzsatzung stand Grünen-Ratsherr Hannes Coners im Mittelpunkt der Sitzung. „Der Klimaschutz betrifft uns alle und dabei spielen Bäume eine essentielle Rolle. Es muss ganz klar geregelt werden, wenn Bäume entnommen werden, wie die Nachpflanzungen aussehen müssen“, sagte Coners. Während der Sitzung verteilte der Ratsherr einen zwölfseitigen Vorschlag einer Baumschutzsatzung an die Mitglieder. „Ich wollte diesen nicht schon vorher verteilen, um keine Ideen für die Satzung einzuschränken. Doch ich bin mir sicher, dass der Naturschutz unserer Gemeinde von so einem Werk nur profitieren würde“, so Coners. Auch sagte er, dass zahlreiche andere Gemeinden eine solche Satzung bereits haben und er bezweifelte auch, dass in der Gemeinde Barßel mehr Bäume gepflanzt als entnommen werden.

Verwaltung

Dies wusste Bürgermeister Nils Anhuth (parteilos) aber zu widerlegen. „Das geht hier wieder in den Bereich Fake-News. Baumschutzsatzungen auf kommunaler Ebene sind absolute Auslaufmodelle. Es kommt hier meiner Meinung nach wieder ein typischer Grünen-Reflex ans Licht, alles regulieren zu wollen immer mehr Regeln aufzustellen“, sagte der Rathaus-Chef. Ebenfalls widerlegte er exemplarisch anhand von Zahlen aus dem Jahr 2017 und 2018 die Aussagen zu den Ersatzpflanzungen. In den beiden Jahren seien durch die Gemeinde 1049 Bäume und 846 Sträucher als Ersatz- und Neuanpflanzungen gesetzt worden.

Auf den Ratssitzungen der Gemeinde Barßel ist der Unterhaltungswert seit der Kommunalwahl gestiegen.

KOMMENTAR ZUR RATSSITZUNG IN BARSSEL Unterhaltungsfaktor steigt

CDU/FDP

Hans Eveslage bekräftigte in der Sitzung noch einmal, dass die CDU/FDP-Fraktion nichts gegen Bäume habe. „Bäume sind unersetzlich für unser ökologisches Gleichgewicht. Gleichzeitig sind sie unersetzlich für Klima und Landschaftsbild und haben auch immer einen großen emotionalen Stellenwert“, so der ehemalige Landrat. Für eine Baumschutzsatzung sieht seine Fraktion aber keinen Bedarf. „Die Gemeinde hat bis jetzt alles sehr gut geregelt – so wie es auch in den Naturschutzgesetzen geregelt ist. Eine zusätzliche Schutzsatzung halten wir für nicht notwendig“, so Eveslage weiter.

SPD

Die SPD-Fraktion wollte sich auch nicht für eine Baumschutzsatzung aussprechen, da viele Details noch ungeklärt sind. „Aus unserer Sicht wäre es sinnvoll, wenn in der nächsten Fachausschusssitzung nach der Sommerpause ein Experte aus einem Fachbüro genau erklärt, wie so eine Baumschutzsatzung aussehen könnte“, sagte Fraktionsvorsitzende Julia Thoben. Ihre Fraktion stellte einen entsprechenden Antrag, der aber durch die Stimmen der CDU/FDP-Mehrheitsfraktion ebenfalls abgelehnt wurde.

Bürgerfraktion

Die Bürgerfraktion sprach sich wie Coners für eine Satzung aus. „Einen 50 bis 60 Jahre alten Baum kann man nicht 1:1 durch eine Neuanpflanzung ersetzen. Junge Bäume bringen nicht so viel Sauerstoff wie alte Bäume. Und aus dem Ammerland weiß ich, dass es dort solche Satzungen gibt“, sagte Hubert Niemeyer.

Heiner Elsen
Heiner Elsen Redaktion Münsterland
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