Cloppenburg - Schon seit zwei Jahren und noch bis 2028 sind die Bauarbeiter ständige Gäste an der Oberschule Pingel Anton in Cloppenburg. Das trübt die Stimmung von Schulleiter Johannes Bockhorst jedoch nicht. Der Baulärm sei auszuhalten, und bei größeren oder lauteren Arbeiten würden die jeweiligen Gewerke Bescheid sagen und Rücksicht nehmen. „Teilweise habe ich in meinem Büro mit großen Kopfhörern gearbeitet“, schmunzelt Bockhorst.
Auf links gezogen
Aber der Schulleiter weiß, wofür Krach und Staub gut sind: Die gesamte Schule wird auf links gezogen, fertiggestellt ist bereits ein Trakt. Und der überzeugt den OBS-Leiter, Kolleginnen und Kollegen sowie Schüler. Im zweiten Obergeschoss ist vor zwei Jahren ein neuer Kunstraum entstanden, der nun auf 100 Quadratmetern und dank großer Fenster lichtdurchflutet ist, schwärmt Bockhorst. Das Obergeschoss beherbergt den neuen Werkraum, im Erdgeschoss ist eine moderne Küche eingezogen. Hier kann der Hauswirtschaftsunterricht an den langen Küchenzeilen ablaufen. Moderner und heller ist auch der Essensraum nebenan geworden. Hier essen die Schülerinnen und Schüler mittlerweile gern nach dem gemeinsamen Unterricht.
Über ein Smartboard können die zu kochenden Rezepte angezeigt werden. Und auch der Außenbereich mit Europaletten werde gerne genutzt, so Bockhorst.
Nachdem sich die Schule schon seit zwei Jahren an den neuen Fachräumen erfreuen kann, wird derzeit im Herzen der Schule gewerkelt. Im früheren Eingang klafft ein Loch, der Boden ist komplett entfernt. Auch eine neue Treppe steht auf dem Flur – beziehungsweise auf der Baustelle, die einmal der Eingang war. Läuft der Besucher dann nach rechts, kommt er in die alte Mehrzweckhalle. Die soll zu einer Mensa umgebaut werden. „Wir wollen hier ein Bistro einbauen. Denn gerade für unsere Schüler ab der Klasse 8 soll die Essensausgabe einen anderen Charakter haben, damit sie die Mensa auch annehmen“, erklärt Bockhorst.
Besonders wird der Raum auch deshalb, weil er durch viele Glaselemente im Wintergarten-Stil offen zum Innenhof sein wird. Auch eine Bühne ist geplant, um die Mensa für mehrere Zwecke nutzen zu können. Im Bistro wird es mehrere Sitzgruppen geben, zudem sind Rundtische geplant. Gleichzeitig essen können hier bis zu 100 Personen, in zwei Etappen ist hier der Verkauf von 200 Essen möglich. Am Bistro ist künftig auch der Eingangsbereich geplant.
Lieferzeiten unklar
Nach Angaben der Stadtverwaltung kostet das Bistro rund 1,9 Millionen Euro und der Eingang zusätzlich 630 000 Euro. „Die Ausschreibungen für die gastronomische Einrichtung ist jetzt gerade erst gelaufen. Wir hoffen, dass wir zum Halbjahr fertig sind. Aber das hängt von den Lieferzeiten fürs Bistro ab, über die wir erst noch informiert werden müssen“, erklärte Günther Penning, Bauamts-Mitarbeiter bei einem Vor-Ort-Termin. Generell hätten Corona und Lieferengpässe die Bauarbeiten verzögert, sagt auch Bauamtsleiter Armin Nöh.
Parallel laufen die Bauarbeiten im Schultrakt. 625 000 Euro sind dafür angesetzt. Bockhorst muss die Klassenräume und Unterrichtszeiten deswegen ein bisschen jonglieren. Aber auch das funktioniert, versichert er. Denn mit viel Vorstellungskraft kann er schon erahnen, mit was für einem schicken Bistro die Schule belohnt wird.
