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C-Port-Debatte im Saterland Bürgerbewegung ins Leben gerufen

Saterland/Friesoythe - Der Kampf gegen die geplanten Anlagen zur Mist- und Gülleverarbeitung im C-Port geht in eine weitere Runde. Am 5. September wird bei einem Bürgerentscheid über das Bürgerbegehren Saterland gegen die beiden Großprojekte abgestimmt. Nun haben acht Gründungsmitglieder aus dem Saterland und Friesoythe am 14. Juni die Bürgerbewegung Saterland und Umgebung e.V. (BBSU) ins Leben gerufen. Darunter sind auch die drei Initiatoren des Bürgerbegehrens Saterland Walter Hußmann, Carsten Ambacher und Thomas Bickschlag.

„Lebensumwelt erhalten“

Der Verein mit Sitz im Saterland verfolge ausschließlich gemeinnützige Zwecke und ist eine überparteiliche Bewegung, schreibt das BBSU-Team in einer Pressemitteilung. „Der Zweck des Vereins ist es unser Lebensumfeld beziehungsweise die Lebensqualität in unserer Umgebung zu erhalten beziehungsweise zu verbessern“, heißt es weiter.

Das Hauptmerkmal des Vereins liegt dabei „in der Unterstützung der Bürger, die sich durch Planungsvorhaben oder bestehende Anlagen in ihrem Umfeld einen Verlust an Lebensqualität befürchten beziehungsweise dass die Auswirkungen negativen Einfluss haben auf Gesundheit und Umwelt für Menschen beziehungsweise für alle Lebewesen“ haben. Unter Planungsvorhaben versteht das BBSU-Team unter anderem alle Maßnahmen auf Grundstücken, Straßen, unterirdische (Kavernen) oder oberirdische Anlagen, Sende- und Empfangsfrequenzen und deren Masten, alle Anlagenarten mit Wasser, Wind, Luft, Öl, Gas und andere Energiearten.

Das ist am C-Port geplant

Die Firma Revis bioenergy aus Münster plant im C-Port den Bau einer Biomethananlage, die Gülle und Mist verarbeiten soll.

Die Firma Kaskum aus Friesoythe will eine Anlage bauen, die aus Schweinegülle Phosphat, Kalium und Stickstoff regeneriert.

Beide Firmen wollen gereinigtes Wasser, das bei ihrem Prozessen übrig bleibt, durch Pipelines in die Sagter Ems leiten.

Bei einem Bürgerentscheid wird am 5. September über folgende Frage bzw. Aussage abgestimmt: „Die Gemeinde Saterland lehnt den Bau und Betrieb der Mist- und Gülleverarbeitenden Industrieanlagen der Firmen Revis bioenergy GmbH aus Münster und Kaskum GmbH aus Friesoythe auf dem Gebiet des interkommunalen Industrie- und Gewerbegebietes C-Port ab und versagt, soweit kein Rechtsanspruch auf die Erteilung besteht, alle in ihre Zuständigkeit fallenden Genehmigungen und Zustimmungen, die auf einen Bau und Betrieb dieser Anlagen abzielen.“ Diese kann nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden.

Für das Entstehen der Bürgerbewegung seien die Probleme des wirtschaftlichen Wachstums und die damit verbundenen Umweltbelastungen verantwortlich. „Das ist auf ein Versagen von politischen Planern in Parteien und Verwaltungen zurückzuführen und wird von den Interessenverbänden kaum abgedeckt und muss deshalb, unter anderem durch die Bürgerbewegung, eingeklagt werden“, heißt es weiter.

Rechtliche Mittel nutzen

Derzeit werde das Ziel verfolgt, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Bau der größten europäischen Mist- und Gülleverarbeitungsanlagen im C-Port zu verhindern. „Wir stehen in Kontakt mit Umweltanwälten, Sachverständigen und Umweltverbänden“, so das BBSU-Team. Sollte ein erfolgreicher Bürgerentscheid die Anlagen nicht verhindern, da die Wasserleitungen in die Sagter Ems kein Saterländer Gemeindegebiet betreffen, könne es auf dem rechtlichen Weg weitergehen, sagt Hußmann im Gespräch mit unserer Redaktion.

Eine erste Aktion der BBSU ist für Ende Juni geplant. Wer sich dem Verein anschließen möchte, kann sich per Whatsapp unter t   0152/52652610 oder per E-Mail an Buergerbewegung@gmx.de melden.

Renke Hemken-Wulf
Renke Hemken-Wulf Redaktion Münsterland
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