Scharrel/Oldenburg - 1986 hat er zum ersten Mal für den Saterländer Gemeinderat kandidiert und ist für die SPD direkt dort eingezogen. Seither war er ununterbrochen Ratsmitglied, ab 1996 im Verwaltungsausschuss und hat diverse Fachausschüsse durchlaufen. Von 1998 bis 2003 war er zudem Mitglied im Kreistag.
Nun aber wird sich der Fraktionsvorsitzende der Gruppe SPD/Grüne, Karl-Peter Schramm, zusammen mit seiner Frau Elisabeth (ebenfalls Gruppe SPD/Grüne), die fünf Jahre im Rat war, aus der Kommunalpolitik zurückziehen. Die Schramms, die in Scharrel wohnten, haben ihre Ratsmandate niedergelegt und sind nach Oldenburg gezogen.
Ratsarbeit verändert
„Ich habe sehr gerne Politik gemacht“, sagt der 72-Jährige. Wenn er an seine Zeit im Rat zurückblickt, denkt er vor allem an den Rathausneubau Anfang der 1990er Jahre, der am Ende um Millionen teuer geworden war als geplant. Auch habe er den Strukturwechsel vom Gemeindedirektor zum hauptamtlichen Bürgermeister miterlebt, wenngleich er die vorherige Struktur für die Verwaltung rückblickend als neutraler ansehe, sagt Schramm.
Positiv in Erinnerung geblieben ist ihm die Kommunalwahl 2011. „Danach hat sich die Ratsarbeit verändert“, sagt Karl-Peter Schramm. Die Fraktionen hätten sich nicht mehr nur als einzelne Parteien gesehen, sondern seien gemeinschaftlicher für die Belange in der Gemeinde Saterland eingetreten.
Gebürtig stammt Schramm aus Oldenburg, hat dort und in Hannover studiert. 1970 trat er in die SPD ein, schaffte es bis zum Vorsitzenden des Ortsvereins und ist heute dessen Ehrenvorsitzender. Nach seinem Studium zog er nach Barßel und war Lehrer an der dortigen Sonderschule.
Zeit für Ehrenämter
Zwischenzeitlich ging er ins Saterland, weil er „gerne Pferde haben wollte“, sagt der frühere Hobby-Trabrennfahrer.
„1990 wurde ich dann in Pension geschickt“, erzählt er, „danach hatte ich viel Zeit für Politik und Ehrenämter“. Und Letztere wird er auch weiterhin ausüben. Seit 1995 ist Schramm im Vorstand des „Seelter Buund“ tätig. Unter anderem hat er mitbewirkt, dass der Heimatverein den ehemaligen Scharreler Bahnhof kaufen konnte.
Des Weiteren ist Schramm Vertreter der Saterfriesen im Minderheitenrat, seitdem dieser 2005 ins Leben gerufen wurde. Dreimal war er Vorsitzender. Auch hat er den Vorsitz des Europäischen Büros für Sprachminderheiten (EBLUL Deutschland) inne.
Was den Erhalt der Saterfriesischen Sprache angeht, lobt der 72-Jährige Bürgermeister Thomas Otto, der nach Amtsantritt schnell diese Wichtigkeit erkannt habe. Allerdings, so gibt Schramm zu, habe ihm die Ratsarbeit zwischendurch durch die Querelen zwischen CDU und Bürgermeister keinen Spaß mehr gemacht: „Das lenkte von unseren eigentlichen Aufgaben ab.“
