Scharrel - Gerade erst hatte der Ministerpräsident gelernt, was „Guten Tag“ auf Saterfriesisch heißt. Schon konnte er mit seiner neu erworbenen Sprachkenntnis glänzen und die Grundschüler der Litje Skoule Skäddel mit einem freundlichen „Gouden Dai“ begrüßen.
Am Mittwoch machte Landesvater Stephan Weil (SPD) im Rahmen seiner Sommerreise Station in Scharrel, um mehr über das Dorf und mehr über das Saterland als die kleinste Sprachinsel Europas zu erfahren. Die Saterländer präsentierten sich und ihr Saterfriesisch von ihrer besten Seite. Selbst das Aufeinandertreffen des Ministers mit Mitgliedern der Bürgerbewegung Saterland und Umgebung, die sich gegen die geplanten Gülle-Großbetriebe am C-Port wehrt, verlief durchaus harmonisch.
Großer Tross
Fast pünktlich erreichte Stephan Weil mitsamt einem riesigen Tross aus Mitarbeitern der Staatskanzlei, Sicherheitsleuten und überregionalen Medienvertretern gegen 11.40 Uhr Scharrel. Im Schatten der Kirche stieg er gut gelaunt aus dem Bus und wurde von Saterlands Bürgermeister Thomas Otto begrüßt.
Auf dem Weg zum Kulturhaus traf er dann auf die Bürgerbewegung, die mit Plakaten auf sich und das Bürgerbegehren gegen die Fabriken am C-Port aufmerksam machten. Zielstrebig suchte der Minister das Gespräch mit der Gruppe. Diese trugen ihre Bedenken zu Geruchsemissionen, Abwasser, Verkehr und Größe der Anlagen vor. Weil bot an, dass die Gruppe ihm eine Mail mit all ihren Sorgen schicken könnte. Er würde sich dann mit dem Landwirtschaftsministerium in Verbindung setzen.
Das war es an diesem Vormittag dann aber auch mit Politik. Denn darum geht es bei den Sommerreisen des Ministerpräsidenten eigentlich nicht. Es geht um das Kennenlernen von Land und Leuten, um nette Plaudereien und um schöne Bilder. Und wenn man Stephan Weil eines bedenkenlos zuschreiben kann, dann ist das Bürgernähe.
Tolles Programm
So besichtigte er das Kulturhaus, legte dort eine kleine Lerneinheit Saterfriesisch ein, freute sich über die Tanzeinlage der Volkstanzgruppe Saterland und war begeistert von den Darbietungen der Scharreler Grundschüler. Durchaus sympathisch fand er die Forderung, Saterfriesisch und Platt fest im Lehrplan der Grundschulen zu verankern. Er wolle Kultusminister Grant Hendrik Tonne gleich mal anrufen, um das mit ihm zu besprechen, sagte er.
Zum Abschluss genoss der Ministerpräsident von der Galerie der Mühle aus die Sicht über das Saterland, ehe der Tross nach rund zwei Stunden weiterzog.
