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Ramsloher fängt Schlange ein Texanische Erdnatter im Braker Hafen aufgetaucht

Weite Reise hinter sich: Der Ramsloher Florian Häselbarth hat eine Erdnatter in seinem Reptilienhaus aufgenommen, die als „blinder Passagier“ auf einem Containerschiff von Texas nach Brake gereist war.

Weite Reise hinter sich: Der Ramsloher Florian Häselbarth hat eine Erdnatter in seinem Reptilienhaus aufgenommen, die als „blinder Passagier“ auf einem Containerschiff von Texas nach Brake gereist war.

Renke Hemken-Wulf

Ramsloh/Brake - Einen überraschenden Fund hat am vergangenen Montag ein Hafenmitarbeiter in Brake (Wesermarsch) gemacht: Beim Entladen eines Containerschiffes entdeckte er in einem mit Spanngurten gefüllten Big Pack eine gut 1,5 Meter lange Schlange. Nachdem die Braker Feuerwehr das Tier gesichert hatten, informierte die Großleitstelle in Oldenburg den Ramsloher Florian Häselbarth. Der Biologielehrer und Inhaber des Seelter Reptilienhuus ist Ansprechpartner für die Einsatzkräfte, wenn Amphibien oder Reptilien auftauchen.

Das Reptilienhuus

Das Seelter Reptilienhuus ist ein privat geführter Reptilienzoo in Ramsloh. Eröffnet hat ihn im Juni 2019 der Saterländer Biologielehrer Florian Häselbarth. Zu sehen sind verschiedene Reptilien, vor allem Krokodile, aber auch Schlangen, ein Waran und Frösche.

Ein Besuch im Seelter Reptilienhuus ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich: Tel. 0160/97719465, per E-Mail an info@seelter-reptilienhuus.de oder in den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram. Geöffnet ist es samstags und sonntags sowie für größere Gruppen nach Anmeldung. Weitere Informationen unter www.seelter-reptilienhuus.de

Auch Patenschaften für die Tiere im Reptilienhuus sind noch möglich. Sollte die Erdnatter aus Texas im Ramsloher Zoo bleiben, soll auch für sie eine Patenschaft möglich sein, sagt Häselbarth.

Foto gibt Hinweis

Zunächst war vermutet worden, dass es sich um eine giftige Schlangenart handele. Doch Häselbarth konnte schnell Entwarnung geben. Anhand eines Bildes und nach einem Telefonat mit einem Schlangenexperten stand fest: Es ist eine Erdnatter aus Texas (Pantherophis obsoletus spec.). Gestützt wurde die Vermutung durch die Tatsache, dass das mit Holz beladene Schiff vom texanischen Houston aus den Braker Hafen angesteuert hatte. Der Ramsloher fuhr in die Wesermarsch, um die rund anderthalb Jahre alte Erdnatter einzufangen und ins Reptilienhuus zu bringen.

Auch wenn es für ihn die erste Fahrt in den Braker Hafen war, sind solche Einsätze für Häselbarth keine Seltenheit. Gerade im Sommer werde er häufiger von der Großleitstelle kontaktiert. In 90 Prozent der Fälle handele es sich bei den Schlangen jedoch um die heimische Ringelnatter, die meist direkt wieder freigelassen werde.

Anders sei es bei invasiven Arten, wie der Erdnatter. Solche nimmt der Ramsloher dann in seinem Reptilienhuus auf.

Die kleine Erdnatter hat wohl ihr neues Zuhause in dem kleinen Zoo in Ramsloh gefunden. „Sie befindet sich derzeit in Quarantäne und hat vorerst keinen Kontakt zu den anderen Tieren“, erklärt Florian Häselbarth, der in seinem Reptilienhuus unter anderen mehrere Krokodile sowie andere Schlangen hält. Durch die Absonderung solle verhindert werden, dass die Texanerin Krankheiten einschleppt.

Gefährliche Reise

Zudem erholt sich die kleine Erdnatter derzeit von der nicht ganz ungefährlichen Reise nach Deutschland. Häselbarth vermutet, dass das Tier vier bis sechs Wochen auf dem Containerschiff unterwegs war – ohne Essen und Trinken. Die Schlange sei daher durstig gewesen und habe für Schlangen ungewöhnlich lange getrunken. „Außerdem war sie sehr aufgeregt, angriffslustig und schwer zu beruhigen“, erzählt der Ramsloher. In Texas habe sie in freier Natur gelebt.

Keine Rückkehr

Eine Rückkehr in ihre Heimat scheint für die Erdnatter ausgeschlossen. Ein Rücktransport sei zu teuer. Und es gibt keine Unterlagen für das Tier, erklärt Häselbarth. Wo die Natter in Zukunft leben soll, müsse die Stadt Brake entscheiden, berichtet der Ramsloher. Diese habe signalisiert, dass die Schlange wohl im Reptilienhuus bleiben könnte. Das kann sich Häselbarth auch vorstellen: „Sie tut mir schon leid und hat bereits einiges durchgemacht. Daher möchte ich, dass es ihr in Zukunft gut geht.“ Sobald die erste Kotprobe ohne Befund ist, dürfe sie aus der Quarantäne und ihr eigenes Terrarium beziehen.

Renke Hemken-Wulf
Renke Hemken-Wulf Redaktion Münsterland
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