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Wir begleiten Ackerbau in Bühren Zehn Monate mit auf dem Feld von Niklas Meyer

Frank Pelk (links) und Niklas Meyer auf einem Acker in Bühren, auf dem Winterweizen wachsen soll. Dieses Feld werden wir zehn Monate lang begleiten.

Frank Pelk (links) und Niklas Meyer auf einem Acker in Bühren, auf dem Winterweizen wachsen soll. Dieses Feld werden wir zehn Monate lang begleiten.

Schneiderkrug/Bühren - Zu viel oder zu wenig Wasser, Pilzbefall, plündernde Tiere, wirkungsloser Dünger – erst in rund zehn Monaten weiß Landwirt Niklas Meyer aus Bühren, ob aus den kleinen roten Körnern etwas Großes wird. Auf 24,5 Hektar hat er Ende Oktober in zwei bis zweieinhalb Zentimetern Tiefe seinen Winterweizen ausgebracht. Ob aus den 4410 Kilogramm Saatgut etwas wird, werden wir begleiten. Zusammen mit GS agri aus Schneiderkrug werden wir den Weg vom Samenkorn bis zum fertigen Futterweizen aufzeichnen.

Die Vorarbeit

Bevor die Körner in den Boden eingesetzt wurden, musste einiges passieren. Vorher wuchsen dort Kartoffeln, berichtet Niklas Meyer. Insgesamt bewirtschaftet der Landwirt mit seiner Familie in diesem Jahr rund 80 Hektar. Drei unterschiedliche Kulturen muss der Landwirt auf seinen Feldern vorweisen. Dies dient der Förderung der Diversität – Monokulturen sollen verhindert werden. So ist die Planung der Erntereihenfolge eine wichtige Aufgabe. „Am besten steht vor dem Winterweizen eine Blattfrucht“, weiß Meyer. Auch damit sich Krankheiten nicht von einem Getreide aufs nächste übertragen.

Nachdem die Kartoffeln abgeerntet sind, wird das Feld mit einem Grubber bearbeitet. Dadurch wird der Boden aufgelockert, die Kartoffelreste werden an die Oberfläche befördert. „Würde das Feld tiefer bearbeitet, würden die Kartoffeln untergegraben. Die würden auch im Frühjahr mit dem Weizen wachsen. Wenn sie aber oben liegen, frieren sie kaputt“, erklärt Pelk. Nachdem der Grubber fertig ist und den Boden geebnet hat, kommt das nächste schwere Gerät: die Sämaschine.

Das Einsäen

Das blaue Ungetüm mit einer Breite von drei Metern wird hinten an den Trecker angeschlossen und verfügt über mehr Technik, als es auf den ersten Blick vermuten lässt. Mit einigen Einstellungen zur Saatgut-Sorte lässt sich berechnen, wie viele Körner pro Quadratmeter auf dem Feld landen müssen, um ein optimales Ergebnis zu bekommen. Und per GPS kann Landwirt Meyer genau sehen, wo er überall schon lang gefahren ist. 400 Körner pro Quadratmeter sollen auf dem Boden landen, das macht 180 Kilogramm pro Hektar.

Mit diesen Parametern berechnet der Trecker dann auch, wie schnell er maximal gefahren werden darf. „Meist fahre ich so 8,5 bis 9 Kilometer pro Stunde. So schaffe ich zwei Hektar die Stunde“, erklärt der Landwirt. 850 Kilogramm passen auf einmal in den Behälter der Sämaschine. Dank einer ausgeklügelten Technik rieseln die Körner etwa zwei Zentimeter tief in den Boden, danach wird der Boden wieder zugeworfen und der Acker gefestigt.

so geht es weiter

Schon nach wenigen Tagen im Boden hat das Korn gekeimt. Warum er sich für Winterweizen entschieden hat? Weil der etwas lehmige und feuchte Boden hierfür passt und es die größte Wirtschaftlichkeit bringt – auch wenn jetzt noch niemand abschätzen kann, wie viel der Winterweizen nächstes Jahr kostet. Bis Niklas Meyer allerdings Geld beziehungsweise Futter aus dem Weizen sieht, muss er in Vorleistung gehen für Saatgut, Pflanzenschutz und die Maschinen. Er rechnet mit neun bis zehn Tonnen Getreide pro Hektar – ob diese Rechnung aufgeht, werden wir in zehn Monaten sehen.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland
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