Ramsloh/Sedelsberg - Schnelles Internet bis „zur letzten Milchkanne“ soll es so schnell wie möglich im Saterland mittels Richtfunk geben. Den Breitbandausbau damit soll die Firma Emsland Tel Net (ETN) Group aus Meppen umsetzen. Diesen Beschluss hat der Rat am Montag auf seiner Sitzung im Rathaus gefasst.
Vier Standorte
Die ETN Group hatte im Vorfeld zusammen mit der Verwaltung mögliche Standorte der Masten in den vier Ortsteilen ausgesucht. Bauamtsleiter Matthias Neiteler stellte die Flächen in der Sitzung vor. In Strücklingen: südlicher Bereich Erweiterung Gewerbegebiet zwischen Hauptstraße und B 72; Ramsloh: südlich Industriestraße hinter Elma Event-Saal; Scharrel: zwischen Sportplatz und Friedhof; Sedelsberg: Grundstück in Siedlung Heselberg zwischen Ringstraße und Sagter Ems. Alle Flächen seien im Besitz der Gemeinde.
Doch beim Standort in Sedelsberg regte sich heftiger Widerstand von den Anwohnern der Ringstraße. Einige von ihnen machten in der Einwohnerfragestunde ihrem Ärger Luft. „Wir wollen diese Mikrowellen-Richtfunksysteme nicht vor unserer Haustür. Wir fürchten die elektromagnetischen Felder.“ Der Mast sei mit 60 Meter sehr hoch und zu nah an den Häusern. „Wir werden dagegen klagen“, sagte Walter Hußmann.
Das will auch Marius Bialonczyk, der direkt neben dem Wäldchen wohnt, wo der Mast stehen soll. Die Zuwegung führt direkt vor seinem Haus entlang. „Jahrelang hat sich die Gemeinde nicht um das Grundstück gekümmert und nun spricht Bürgermeister Otto vom Müllplatz, dabei ist es ein kleines Biotop, in dem sich die Tiere wohlfühlen. Man zerstört ein Stück Natur“, sagte er nach der Sitzung.
„Generell habe ich nichts gegen den Funkmast. Wir brauchen alle einen 5G-Standard, das ist ganz klar“, sagte Bernd Benten (CDU). Er ist als Bewohner der Siedlung selbst betroffen. Die Verwaltung solle aber überprüfen, ob es einen anderen Standort gibt.
Keine anderen Flächen
„Andere eigene Flächen haben wir nicht und die, die in Frage kommen, sind in Privatbesitz“, so Neiteler. Die Eigentümer wollen sie nicht zur Verfügung stellen. „Wir müssen Tempo machen, wollen wir gegenüber anderen Gemeinden in Sachen schnelles Internet nicht hinterherhinken. Die Gemeinde Saterland ist noch der einzige weiße Fleck auf der Landkarte“, sagte Bürgermeister Thomas Otto (parteilos).
„Was nützt das Tempo, wenn sich Widerstand der Anlieger regt und eine Klagewelle auf die Gemeinde zurollt“, meinte Gerd Albers (CDU). „Ich kann die Bedenken verstehen. Aber wir brauchen das schnelle Internet“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Jens Immer. Dass die Breitbandversorgung heute ein wichtiger Standortfaktor sei, meinte auch Henning Stoffers (SPD).
