Sedelsberg/Friesoythe - „Die Einleiterlaubnis für das Prozesswasser aus unserer Anlage in die Sagter Ems ist erteilt.“ Das berichtet Simon Detscher, Geschäftsführer der Revis bioenergy GmbH aus Münster, am Freitag. Die Untere Wasserbehörde des Landkreises Cloppenburg habe dem Unternehmen die Genehmigung übermittelt. Diese sei „ein wichtiger Mosaikstein für den Bau der Biomethananlage im C-Port am Küstenkanal“, wie es weiter in einer Pressemitteilung von Revis heißt.
Revis plant den Bau einer Anlage im C-Port in Friesoythe, um dort Wirtschaftsdünger aus der Landwirtschaft zu verarbeiten. Bei dem Prozess anfallendes gereinigtes Abwasser will das Unternehmen mittels einer Pipeline in die Sagter Ems leiten. Das Genehmigungsverfahren für die Revis-Anlage läuft derzeit unter Federführung des Gewerbeaufsichtsamtes in Oldenburg.
Gutachter gibt Ok
Grundlage für die nun erteilte Einleiterlaubnis in die Sagter Ems ist nach Revis-Angaben ein Gutachten des Büros Angewandte Gewässerkunde und Landschaftsökologie (AGL) aus Bremen. Als unabhängiger Sachverständiger habe der Diplom-Biologe Dr. Heinrich Liebsch eine ganzjährige Untersuchung des heutigen Zustands von Flora und Fauna der Sagter Ems gemäß der Wasserrahmen-Richtlinie vorgenommen. Die Ergebnisse hätten gezeigt, dass die von Revis geplante Einleitungen zu keinerlei Schädigungen des Gewässer führen würden. Es seien dabei auch Einleitungen durch Dritte berücksichtigt worden, teilt Revis mit. Die von Liebsch ermittelnden Daten sollen als Grundlage für die Vorgaben dienen, die Revis bei der Einleitung einhalten muss. Sie sollen kontinuierlich von den Behörden kontrolliert werden.
Wie Revis bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt hat, ist die Planung für den Trassenverlauf der Pipeline für das Prozesswasser abgeschlossen. Die Leitung soll vom C-Port, entlang der B 401 und B 72 zur Einleitstelle an der Sagter Ems in Höhe des „Neues-Vehn-Grabens“ in Sedelsberg führen. Dort will Revis ein vorhandenes Einleitbauwerk der Friesoyther Wasseracht nutzen und sanieren. Anfang 2022 will Revis mit dem Bau der Anlage im C-Port beginnen.
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Neben Revis plant auch die Friesoyther Firma Kaskum den Bau einer Anlage zur Verarbeitung von Gülle und Mist im C-Port. Auch Kaskum will beim Prozess anfallendes Wasser in die Sagter Ems einleiten. Dafür besitzt die Firma bereits eine Einleiterlaubnis.
Bürgerentscheid bleibt
Die Initiatoren des Bürgerbegehrens im Saterland haben derweil ihr Anliegen bekräftigt. Das Bürgerbegehren bleibe bestehen und ende erst mit dem Bürgerentscheid am 21. März. Dass die Firmen Kaskum und Revis andere Wege gefunden beziehungsweise Trassenführungen geplant hätten, die keiner Zustimmung der Gemeinde Saterland bedürften, ändere daran nichts. „Ob dies stimmt, erfahren wir, wenn die Firmen ihre Bauanträge einreichen“, teilt Walter Hußmann, Mitinitiator und Sprecher des Bürgerbegehrens mit.
Das Bürgerbegehren beziehe sich zudem nicht ausschließlich auf das Durchleitungsrecht, sondern auch auf alle ausstehenden Genehmigungen, die die Gemeinde im Rahmen der Ansiedlung der Firmen zu erteilen habe, ergänzt Hußmann. Wie es in der Frage des Bürgerbegehrens heißt, soll die Gemeinde Saterland auch alle in ihre Zuständigkeit fallenden Genehmigungen und Zustimmungen versagen, die auch auf den Betrieb der Anlagen abzielen, sofern kein Rechtsanspruch bestehe.
