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Krankheitswelle Im Tierheim Sedelsberg Ohne Impfung ist Katzen-Leukose tödlich

Nathalie Langer

Sedelsberg - Viel zu tun hat derzeit das Team vom Tierheim Sedelsberg. Gut 90 Katzen werden derzeit an der Friesoyther Straße beherbergt – so viele Katzen lebten zeitgleich noch nie in der Einrichtung des Tierschutzvereins Friesoythe, sind sich die Kollegen im Tierheim einig.

Warum gibt es derzeit so viele Katzen im Tierheim?

Im Frühjahr und im Herbst werden in der Regel die meisten Kätzchen geboren. Das sind dann die Mai- und Stoppelkätzchen, wie Leiterin des Tierheims Madeleine Hoffmann sagt. „Die ersten Katzenwelpen haben wir dieses Jahr allerdings schon recht früh am 1. April bekommen“, sagt Hoffmann. Die Leute melden es uns, wenn sie verwaiste Katzenbabys finden. Dadurch hat das Tierheim im Sommer viele Katzen zu versorgen. Denn bevor die Kitten nicht zwölf Wochen alt sind, werden sie auch nicht vermittelt, so die Leiterin. Normalerweise versorge das Tierheim um die 70 bis 80 Katzen gleichzeitig.

Woran sind die meisten Katzen erkrankt?

Gerade im Nordkreis gibt es viele Leukose-Infektionen bei Katzen, so Hoffmann. Das ist ein Virus, auch Katzen-AIDS genannt. Heilen kann man diese Tiere nicht, sie nur von gesunden Katzen fernhalten. Gerade Freigänger stecken sich schnell mit dem Virus an“, sagt Hoffmann.

Vermittlung

Wer eine Katze aufnehmen möchte, muss sich beim Tierheim Sedelsberg melden unter t  04492/443 (montags bis samstags von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr) oder per Mail info@tierheim-sedelsberg.de und einen Termin vereinbaren. Das Vorbeikommen ohne eine Absprache ist aufgrund der Corona-Krise nicht möglich.

Bei jungen Katzen müssen sich die neuen Besitzer dazu verpflichten, eine Kastration und eine Kontrolle durchführen zu lassen.

Aber auch andere Erkrankungen beschäftigen das Team: „Wir haben zur Zeit 29 Katzen, die entweder eine Pilz- oder eine Giardien-Erkrankung (Durchfall) haben“, sagt Madeleine Hoffmann. Besonders die Welpen mit einem schwächeren Immunsystem seien von den Pilz-Infektionen, die auch die Augen und die Nase befallen, betroffen.

Wie geht das Tierheim mit erkrankten Tieren um?

Besonders aufwendig zu versorgen sind die Tiere, bei denen eine Erkrankung bei der Einlieferung festgestellt wird. Da die Krankheiten hochansteckend sind, müssen die Katzen in eine Quarantäne. Zu diesem Zweck wurden viele Räume im Katzenhaus im Tierheim als Quarantänezimmer umfunktioniert. Von einer Pilz-Infektion erholen sich die Katzen innerhalb von einer Woche bis zwei Monate, sagt Hoffmann. Von einer Giardien-Erkrankung erholen sich die Katzen schneller, gesund sind manche schon nach fünf Tagen. Dort hilft es vor allem häufig die Decken und das Katzenstreu zu wechseln, damit sich die Bakterien im Kot nicht ausbreiten können.

Was kann man gegen Katzen-Leukose tun?

Da es gegen Leukose keine Medizin gibt, appelliert die Leiterin des Tierheims an die Katzenbesitzer, ihre Vierbeiner gegen das Virus impfen zu lassen. „Wir können es von uns aus nicht bezahlen, jedes Tier gegen Leukose zu impfen. Das muss von den Besitzern kommen“, sagt sie.

Werden trotz Corona Katzen vermittelt?

Obwohl die Tiervermittlung in der Corona-Krise anders ablaufen muss, finden viele Katzen schnell ein Zuhause, sagt Madeleine Hoffmann. Gerade in der Corona-Krise interessieren sich viele für ein neues Haustier. Die Leute dürfen nur nach einer Terminvergabe die Tiere angucken und sich informieren.

Vor Kurzem kam ein etwa 15 Jahre alter Maine-Coone-Kater in das Tierheim. Uno wurde von seinen vorigen Besitzern ausgesetzt. „Auch für ihn werden wir bestimmt noch ein neues Zuhause finden“, hofft Madeline Hoffmann.

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