Ramsloh - Während viele Zoos und Tierparks derzeit in der Winterpause sind, geht der Betrieb im Seelter Reptilienhuus in Ramsloh munter weiter: „Wir bieten auch im norddeutschen Winter ein tropisches Erlebnis“, sagt Inhaber Florian Häselbarth. Dass es dieses überhaupt noch gibt, hängt insbesondere von der Unterstützung dutzender Tier-Paten und weiterer Unterstützer ab. Wegen der stark gestiegenen Energiekosten stand der kleine Reptilienzoo im Saterland Ende vergangenen Jahres vor dem Aus.
Geöffnet ist das Seelter Reptilienhuus an den Wochenenden von 12 bis 17 Uhr. Die genauen Termine können unter www.seelter-reptilienhuus.de eingesehen werden. Dort ist auch eine Anmeldung für einen Besuch möglich, die zwingend erforderlich ist. Für Gruppen ab zehn Personen werden auf Anfrage auch zusätzliche Öffnungszeiten angeboten. Der Eintritt für Erwachsene kostet 6 Euro, für Kinder bis zehn Jahren 4 Euro.
Patenschaften für kleine und große Krokodile oder andere Tiere im Seelter Reptilienhuus, wie Spinnen, Frösche oder Schlangen sind weiterhin möglich. Interessierte können sich unter Tel. 0160/97719465 (am besten per WhatsApp-Nachricht), per E-Mail an info@seelter-reptilienhuus.de oder auf Facebook unter www.facebook.com/SeelterReptilienhuus melden.
Viele Patenschaften
Der Energielieferant hatte angekündigt, dass sich die Gaskosten verdreifachen würden. Für den kleinen Zoo mit seinen Krokodilen, Schlangen, Spinnen und Fischen, die teilweise auf tropisches Klima angewiesen sind, und dem ehrenamtlichen Team nicht im bisherigen Betrieb zu stemmen. Doch die Lage entspannte sich in den darauffolgenden Monaten – auch dank dutzender neuer Patenschaften für die Tiere im Zoo, die von Privatpersonen übernommen wurden. Ferner unterstützen Unternehmen wie Kurre Systems und RMB aus Ramsloh das Reptilienhuus finanziell. „Wir sind den Menschen, die uns unterstützen, unglaublich dankbar“, sagt Häselbarth. Die Situation habe sich deutlich entspannt. Deswegen schaut das Zoo-Team jetzt deutlich positiv ins neue Jahr. Der Betrieb sei gesichert.
Giftschlange eingelebt
Enttäuscht ist Häselbarth, dass es keinerlei staatliche Unterstützung gegeben habe – auch nicht von Landes- oder kommunaler Ebene. Dabei trägt das Reptilienhuus nicht nur zum Arterhalt einiger Krokodil-Arten bei, Häselbarth und seine ehrenamtlichen Helfer leisten auch Amtshilfe und unterstützen immer wieder Einsatzkräfte und Behörden, wenn Tiere wie Schlangen oder Spinnen aufgefunden werden. Das komme im Schnitt ein- bis zweimal im Monat vor, so Häselbarth. So wurden im vergangenen Jahr unter anderem eine texanische Erdnatter, die Hafenmitarbeiter beim Entladen eines Schiffes in Brake entdeckt hatten, und ein nordamerikanischer Kupferkopf aufgenommen. Die Giftschlange war zwischen Glas-Containern in Bremerhaven aufgefunden worden. Da der Besitzer des beschlagnahmten Kupferkopfes nicht ermittelt werden konnte, hat die Schlange, ebenso wie die kleine Erdnatter ein neues Zuhause im Seelter Reptilienhuus gefunden. Beide sind inzwischen in der Ausstellung zu sehen – und hätten sich prächtig eingelebt, sagt Häselbarth.
Hat sich im Reptilienhuus eingelebt: die in Bremerhaven aufgefundene Giftschlange. Foto: Renke Hemken-Wulf
Freilaufende Geckos
Die beiden Schlangen sind nicht die einzigen neuen Bewohner in dem kleinen Zoo. Streifengras-Mäuse, die ursprünglich aus Afrika stammen, können in einem Terrarium beobachtet werden, ebenso sind Vogelspinnen in fünf verschiedenen Arten zu sehen. Derzeit noch hinter den Kulissen befinden sich mehrere Kronen-Geckos, die aus einer Nachzucht aus Deutschland stammen. Sobald diese eine stabile Population aufgebaut haben, sollen sie in der Tropenhalle freigelassen werden.
Noch im Terrarium: Bald sollen sich Geckos frei in der Tropenhalle bewegen können. Foto: Renke Hemken-Wulf
Die Idee für die Geckos kam von Amy Hönsch. Sie gehört seit gut einem Jahr zum ehrenamtlichen Team des Reptilienhuus und ist begeistert von Geckos. „Es sind schöne, sehr farbenfrohe Tiere und ich finde es spannend, sie zu beobachten“, erzählt die 15-Jährige. Ihre Leidenschaft für Geckos entdeckte die Schülerin während ihrer Mitarbeit im Schulvivarium an der HRS in Ramsloh. Die dortigen Leopard-Geckos hätten sie begeistert. Sie sich habe dann weiter über die Tiere informiert und habe inzwischen auch drei Leopard-Geckos zu Hause. Amy Hönsch und Inhaber Florian Häselbarth freuen sich schon darauf, wenn die vollkommen ungefährlichen Geckos die Tropenhalle mit weiterem Leben und Vielfalt bereichern.
