Sedelsberg - Zum zweiten Mal hat die DKMS einen Stammzellenspender für Keno aus Sedelsberg gefunden. Der Einjährige hat das Wiskott-Aldrich-Syndrom (WAS), eine seltene, angeborene Erkrankung, ein Gendefekt. Im Juni war bereits ein erster Stammzellenspender gefunden worden. Doch wenige Tage bevor es im Oktober in der Klinik in Hannover losgehen sollte, kam die traurige Nachricht: Aus gesundheitlichen Gründen darf der „genetische Zwilling“ von Keno kein Stammzellenspender sein. Die Suche musste wieder aufgenommen werden.
Erlösender Anruf
Nun also der erlösende Anruf der Spenderdatei DKMS: Ein zweiter Spender ist gefunden. „Nach Weihnachten soll es losgehen, Keno wird also Weihnachten noch zu Hause sein“, berichtet sein Onkel Daniel Meiners.
Der genetische Defekt war kurz nach Kenos Geburt diagnostiziert worden. Seine Blutplättchen funktionieren nicht, wie sie sollten. Sein Immunsystem ist geschwächt. Deswegen kommt es zu vielen Infektionen. Die Gefahr von Blutungen ist erhöht, weil die Blutplättchen nicht für genügend Blutgerinnung sorgen, um Wunden zu verschließen. Auch Hautekzeme treten vermehrt auf. WAS-Patienten haben zudem ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Das hat bereits dazu geführt, dass Keno in seinen ersten Lebensmonaten viel Zeit im Krankenhaus verbringen musste.
Derzeit gehe es seinem Neffen gut, „er hält sich ganz tapfer, ein Kämpfer eben“, sagt Daniel Meiners. Doch weiterhin muss der Einjährige zweimal in der Woche in die Kinderklinik. Mit einem Fingerpiks wird Blut abgenommen, das genau untersucht wird. „Dann kommt das Warten auf die Ergebnisse. Die sind derzeit so, dass nichts gemacht werden muss.“ Das könne jedoch schnell anders sein. Mit einer Stammzellenspende können WAS-Patienten erfolgreich behandelt werden. Es ist die einzig wirkungsvolle Therapie.
Dank an Leukin
Im April hatten seine Familie, ihre Freunde, der FC Sedelsberg, der Verein Leukin aus Rhauderfehn und die DKMS in Sedelsberg eine Typisierungsaktion organisiert. 291 Personen ließen sich bei der Aktion im Canisiushaus in Sedelsberg mit einem Wattestäbchen einen Abstrich aus dem Mundraum entnehmen und damit in der Spenderdatei registrieren. Mitte Oktober gab es den erneuten Aufruf an die Bevölkerung, sich in die DKMS-Datei aufnehmen zu lassen. Denn die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden, ist am größten in der Bevölkerungsgruppe, aus der auch der Patient stammt. „Ich möchte mich nochmal bei Leukin bedanken, dass die so unermüdlich eine Typisierung nach der anderen organisieren und wöchentlich neue potenzielle Lebensretter dazu gewinnen“, sagt Daniel Meiners.
