Bösel - Ein Angehöriger einer Bewohnerin des Seniorenheims Edith Stolte meldet sich zu Wort. Dort hatte es über die Feiertage einen Corona-Ausbruch gegeben. Alle 20 Bewohner sowie 22 Mitarbeiter waren infiziert. Pflegedienstleiter Daniel Meenken hatte dem Kreisgesundheitsamt vorgeworfen, das Heim „im Stich“ gelassen zu haben. Der Kreis hatte das zurückgewiesen und will nun das Hygienekonzept des Pflegeheims untersuchen.
Jürgen Stammermann könne nachvollziehen, dass der Kreis argumentiere, er habe alles im Rahmen seiner Möglichkeiten getan. Was ihn allerdings verärgere, sei der Vorwurf an die Mitarbeiter des Pflegeheims nicht sauber gearbeitet zu haben. „Meine Mutter lebt dort, ich habe miterlebt, wie sehr alle aufgepasst haben“, sagt Stammermann. „Man muss sehen: Sie haben es geschafft, das Virus über einen wahnsinnig langen Zeitraum draußen zu halten. Sie haben die Regeln freundlich aber auch bestimmt durchgesetzt.“
Als es dann doch zur ersten Infektion gekommen sei, habe ihn der folgende Ausbruch nicht verwundert. Man müsse sich vor Augen führen, dass es sich bei dem Böseler Pflegeheim um ein kleines Haus handele, in dem nicht einfach eine Abteilung abgeriegelt werden könne. Auch sei es nicht möglich, die Bewohner einzusperren. Der Kreis belaste mit seinen Aussagen Menschen, „die alles geben. Die Spitze ist doch: Der Kreis haut noch drauf.“
