Oldenburger Münsterland - Die angespannte Personalsituation in den Altenpflegeheimen im Oldenburger Münsterland könnte sich im Herbst noch verschärfen. Zumindest die katholischen Altenhilfeeinrichtungen sehen die Versorgungssicherheit in den kommenden Monaten gefährdet. Das geht aus einer Presseerklärung hervor, die der Landes-Caritasverband für Oldenburg (Vechta) nun veröffentlicht hat.
Impfpflicht kontrollieren
Hintergrund ist demnach unter anderem, dass ab dem 1. Oktober der Impfstatus der Mitarbeitenden überprüft werden muss – und das könne zu weiterem Personalschwund führen. „Schon jetzt berichten viele ambulante Dienste, Tagespflegen und Pflegeheime von einer angespannten Personalsituation“, erläutert Bernhard Bruns als Geschäftsführer der katholischen Altenhilfeeinrichtungen im Bereich des Landes-Caritasverbands.
Dabei betont er, dass die Mitarbeitenden in den vergangenen Jahren „alles gegeben“ hätten und nun erschöpft seien. Auch durch Quarantänebestimmungen seien viele Pflegekräfte in den vergangenen Monaten ausgefallen, die Besetzung sei auf Kante genäht. „Wir dürfen keine weiteren Pflegekräfte verlieren.“
Für Sorgenfalten sorgt auch, dass die Einrichtungen Masken und weitere Schutzausrüstung wegen der Corona-Pandemie nun selber zahlen müssen. Denn die Refinanzierung coronabedingter Mehrkosten ist Ende Juni ausgelaufen. Es dürfe aber nicht sein, dass durch den Gesetzgeber die Einrichtungen zusätzliche Aufgaben übertragen bekämen und eine ausreichende Finanzierung ausbleibe. „Wir erwarten, dass die Vertragspartner die besondere Belastung anerkennen und in den Pflegesätzen berücksichtigen“, fordert Bruns auch zusätzlich das Land auf, sich aufgrund der niedersächsischen Corona-Vorschriften an den Kosten zu beteiligen.
Mehrkosten im Alltag
Unverständnis regt sich auch in Bezug auf die Haltung einzelner Landkreise, keine Ausgleichszahlungen mehr für coronapositive Mitarbeitende zu zahlen, die keine Symptome haben. Bisher waren die Ausfallkosten laut Bruns über das Infektionsschutzgesetz abgedeckt. Hinzu kommen die steigenden Energiepreise, die bereits zu einer Kostenerhöhung von mehr als 300 Prozent geführt hätten. „Das ist existenzbedrohend“, sagt Bruns.
Es bleibe abzuwarten, ob auch die Kostenträger diese Bedrohung anerkennen: Ansonsten würden die Pflegebedürftigen weiter finanziell belastet werden.
„Deshalb fordern wir, dass auch die Pflege bei staatlichen Unterstützungspaketen zur Abfederung gestiegener Energiekosten berücksichtigt wird. Nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung wird es möglich sein, die Versorgungssicherheit auch in diesem Herbst sicherzustellen.“
