[SPITZMARKE]CAPPELN - CAPPELN/HZ - Friesoythes Bürgermeister Johann Wimberg übernimmt beim diesjährigen Gogerichtstag am Sonnabend, 24. Juni, die Rolle des „Gografen“. Das teilte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum“, Georg Meyer-Nutteln, während der Mitgliederversammlung im voll besetzten Saal Varelmann mit. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft standen ein Rückblick, die Planungen und ein Referat von Professor Dr. Joachim Kuropka aus Vechta über „1936 – Der Kampf um das Kreuz im Oldenburger Münsterland“. Ferner wurden für den Gogerichtstag 18 „Schöffen“ nominiert.

Der Referent beleuchtete die scharfen Konflikte zwischen der katholischen Kirche in Südoldenburg und den nationalsozialistischen Machthabern und rief den Widerstand gegen deren Anordnungen in Erinnerung. Massive Protestaktionen und der mutige Einsatz von Bürgern hätten den damaligen Gauleiter Karl Röver zur Rücknahme eines verfügten Erlasses zur Entfernung der Kreuze und Lutherbilder in den Schule gezwungen. Diese Tatsache könne zu Recht als ein Sieg über das braune Regime bezeichnet werden, habe aber auch die Verhaftung, Folterung und Ausweisung zahlreicher Nazigegner zur Folge gehabt, die sich unter Lebensgefahr für den Erhalt christlicher Ethik eingesetzt hatten.

Meyer-Nutteln erinnerte in seinem Rückblick als besondere Höhepunkte den Gogerichtstag mit dem niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur Lutz Stratmann als Ehrengast sowie weitere Veranstaltungen am 1. Mai und am Fest Christi Himmelfahrt. Auch in diesem Jahr will man mit mehreren Veranstaltungen die regionale Bedeutung des für das Oldenburger Münsterland geschichtlich wichtigen Platzes hervorheben. Das Hauptanliegen der mittlerweile auf mehr als 450 Mitglieder angewachsenen Interessengemeinschaft sei es, die Erinnerung an das mindestens 1000 Jahre bestehende und erst 1803 aufgehobene Gogericht zu wecken, sagte der Vorsitzende.

Einen ausgeglichenen Haushalt legte Schatzmeister Gerhard Haake vor. Einen breiten Raum nahm die Nominierung der Schöffen ein, die am Gogerichtstag das „Rahmenpersonal“ für die Verhandlungen bilden werden. Im Anschluss an die Versammlung stärkte man sich an Heringen, Brot und Butter, die als „Gerichtsgefälle“ dem Gogericht zugeflossen waren. Zum Gogerichtstag 2006 muss Wimberg 16 Pfund Butter zum Desum mitbringen.