[SPITZMARKE]FRIESOYTHE[/SPITZMARKE] - FRIESOYTHE/EB - „Zukunft ist Herkunft. Wenn wir uns unserer Herkunft nicht mehr erinnern, haben wir keine Zukunft“ (Hans-Georg Gadamer). Unter diesem Motto fand jetzt das Treffen der Familie Richter statt. 266 Familienmitglieder aus vier Generationen kamen bei Laing in Ellerbrock zusammen. Der Jüngste, Nikita Herber, war neun Monate, der Älteste, Heinrich Richter, 79 Jahr alt.

Die Ältesten erzählten anhand von alten Fotos über die die Geschichte der Familie. Sie musste mehrmals umziehen, etwa von Omsk (Russland) nach Tasoba (Kasachstan), um der Hungersnot zu entkommen. Ein Onkel berichtete, dass fast alle Männer aus dem Dorf in die Arbeitsarmee (Zwangsarbeit für die Russlanddeutschen während des Krieges, und auch viel später) verpflichtet wurden. Sie erläuterten, wie schwer sie es als Grubenarbeiter in den Zechen hatten. Auf den alten Fotos mussten sie sich dann selber suchen und erkennen.

Ein Mann erinnerte an Zeiten, in denen er schlechte Noten in der Schule bekam, weil er so fasziniert war von der Ziehharmonika (Bajan) seines Bruders, heimlich übte und dabei die Hausaufgaben ganz vergaß. Irgendwann aber hätten alle eingesehen, dass er Talent habe. Sie ließen ihn weiter üben. Später spielte er auf vielen Hochzeiten und Dorfkonzerten.

Es wurde versucht, die Generationsgeschichte so weit wie möglich zurückzuverfolgen. Durchgängig belegt wurde sie bis ins Jahr 1918. Es wurde noch viel dazu erzählt. Für Stimmung und eine gut gefüllte Tanzfläche bis in die frühen Morgenstunden sorgte eine Band aus der Verwandtschaft. Für alle Beteiligten war das Treffen eine sehr interessante Angelegenheit.