Cloppenburg - Klar, es geht um hehre Ziele wie die Reduzierung von Auto-Abgasen und die Stärkung der Gesundheit. Aber ein erster Platz ist ja auch toll. Und so ist der Ehrgeiz schon zweieinhalb Wochen vor Beginn des Wettbewerbs in der Cloppenburger Stadtverwaltung zu spüren: Beim achten Stadtradeln vom 1. bis 21. Mai werden die Mitarbeiter wieder versuchen, ihren Fachbereich in der internen Wertung innerhalb von drei Wochen auf zwei Rädern bis auf Rang eins zu fahren. „Da sind alle hochmotiviert“, sagt Sandra von Garrel. Und Wiebke Böckmann, die mit ihr den Wettbewerb um die meisten geradelten Kilometer organisiert, ergänzt: „Da wird schon mal ein Kollege im Urlaub angerufen, damit er noch ein paar Kilometer beisteuert, um einen anderen Fachbereich zu überholen.“
16 bis 18 km/h
Auf den geführten Radtouren geht es natürlich nicht ums Überholen, sondern ums Miteinander bei gemächlichem Tempo. „16 bis 18 km/h fahren wir im Durchschnitt“, schätzt Michael Bertschik, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) im Kreis Cloppenburg, der die offizielle Auftaktfahrt durchs Cloppenburger Umland am Samstag, 7. Mai, ab 11 Uhr organisiert. Man muss also kein Topsportler sein, um an den geführten Fahrradtouren teilnehmen zu können. Fahrradkilometer für die Stadt „erstrampeln“ können alle, die in Cloppenburg wohnen, arbeiten, zur Schule gehen oder einem Verein angehören. Nach mehr als 100 000 Kilometern im Vorjahr liegt die Latte hoch.
Jede Menge Angebote sollen dabei helfen, einen neuen Rekord aufzustellen. Schließlich ist das Rahmenprogramm für die Fahrrad-Aktion so wichtig wie der Rahmen für das Fahrrad selbst. „Ich freue mich sehr, dass wir dieses Jahr nach den Corona-Beschränkungen wieder ein umfangreicheres Rahmenprogramm anbieten können“, sagt Neidhard Varnhorn über die zahlreichen Veranstaltungen (siehe Zweitstück) bei seinem ersten Stadtradeln als Bürgermeister. Teilgenommen hat er schon im letzten Jahr, ist dabei aber nach eigenen Angaben nicht auf allzu viele Kilometer gekommen. „Ich möchte vor allem dazu ermuntern, verstärkt das Fahrrad zu nutzen, nicht nur in der Zeit des Stadtradelns“, sagt das Stadtoberhaupt, räumt aber gleichzeitig ein: „Natürlich gibt es noch Luft nach oben, was das angenehme Radfahren in Cloppenburg angeht.“
Online eintragen
Ob es noch Luft nach oben bei den erreichten Kilometern gibt, hängt vor allem davon ab, wie viele Menschen sich auf www.stadtradeln.de für Cloppenburg registrieren und die in den ersten drei Mai-Wochen geradelten Kilometer online eintragen, per Stadtradeln-App tracken oder im Protokoll der nun fertigen Flyer eintragen und einreichen. Ob es nach dem Einreichen reichen wird, um am 28. Juni als bester Einzelradler oder Teil des besten Teams Cloppenburgs ausgezeichnet zu werden, bleibt dann abzuwarten. Ebenso, welchen Platz die Stadt Cloppenburg im internationalen Vergleich belegen wird.
Sicher ist aber jetzt schon, dass einer der Fachbereiche der Stadtverwaltung wieder einen Kasten Bier gewinnt. Erobert Fachbereich eins auch Platz eins der internen Wertung, oder darf sich bald ein anderer Fachbereich als wahre Nummer eins fühlen?
