Kreis Cloppenburg - Verbindungen nach Frankreich, nach Polen, in Deutschlands Osten oder nach Belgien werden im Landkreis Cloppenburg gepflegt. Fast alle der 13 Städte und Gemeinden im Landkreis pflegen mehr oder weniger intensive Kontakte zu Partnerkommunen. Lediglich in Emstek, Molbergen und Lastrup findet man keine (offiziellen) Partnerkommunen.
Die Idee der Städtepartnerschaft entstand vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, um die Wunden der Weltkriege in Europa zu heilen und Menschen wieder zueinander zu führen. Im Mittelpunkt steht denn auch der Austausch der Menschen. Die weitaus meisten deutschen Städtepartnerschaften bestehen mit Frankreich (2324), gefolgt von Polen (592) und Großbritannien (552), listet die Bundeszentrale für politische Bildung auf.
Frankreich
Die älteste Städtepartnerschaft im Landkreis Cloppenburg unterhält die Gemeinde Garrel: Sie wurde schon 1966 mit der Gemeinde Bléré in der französischen Touraine geschlossen. Sie ist damit eine der ältesten deutsch-französischen Partnerschaften überhaupt. Ihren Anfang nahm die Verbindung in der Freundschaft zweier Männer, die sich während des Zweiten Weltkriegs trafen: Hubert Hervé aus Bléré wurde 1940 Kriegsgefangener bei der Familie Lanfermann in Beverbruch. Georg Lanfermann und Hervé freundeten sich an. Lanfermann, der später Bürgermeister in Garrel wurde, verhalf Hervé zur Flucht. Die Partnerschaft wurde am 5. September 1966 in Garrel und am 25. Juni 1967 in Bléré beurkundet. Sie lebt heute in Form von gegenseitigen Begegnungen und Besuchen fort. Ebenfalls nach Frankreich, nämlich nach Bernay in der Normandie, weist die Verbindung der Kreisstadt Cloppenburg. Sie wurde im Juni 1989 offiziell besiegelt und wird durch Austauschbegegnungen zwischen Schulen, Gruppen, Sport- und Kulturvereinen gelebt.
Belgien
Seit 1968 unterhält die Gemeinde Essen (i.O.) eine Verbindung: nämlich zu der gleichnamigen Partnergemeinde in Belgien. Laut Gemeindehomepage hatte der damalige Bürgermeister Herman Suykerbuyk auf einer Rückfahrt das Verkehrsschild mit dem Namen Essen gesehen und die Vertreter der Gemeinde im Südoldenburgischen eingeladen – der Beginn der langjährigen Partnerschaft. „Flame oder Deutscher sein, Europäer werden... Essener bleiben!“ – so lautet das Motto.
Polen
Vier Kommunen unterhalten Partnerschaften nach Polen. Aus einer Schulpartnerschaft entstand die Verbindung zwischen der Gemeinde Saterland und der Stadt Sroda Slaska (Neumarkt in Schlesien) in Polen. Unterzeichnet wurde die Urkunde von den beiden Bürgermeistern im Juni 2002. Verbindungen ins polnische Nachbarland eingegangen sind auch die Gemeinden Lindern – mit Mrocza, geschlossen 2004 – und die Gemeinde Barßel – mit Elblag (Elbing), seit 2001 – sowie Friesoythe mit Swiebodzin. Letztere Städtepartnerschaft besteht seit 2003.
Deutschland
Eine innerdeutsche Verbindung unterhält Cappeln: seit 1991 mit Langenstein (Sachsen-Anhalt), das 2010 in die Stadt Halberstadt eingemeindet worden ist. Wittenburg in Mecklenburg-Vorpommern ist seit dem 17. Juni 1990, dem Tag der Deutschen Einheit, die Partnerstadt von Löningen. Eng sind auch die Verbindungen der Gemeinde Bösel nach Dippoldiswalde in Sachsen, die seit 1990 bestehen.
Ohne
Eine offizielle Städtepartnerschaft unterhält die Gemeinde Molbergen zwar nicht. Aber: „Wir haben schon seit Jahrzehnten eine Partnergemeinde namens Hildebrandhausen“, so Bürgermeister Witali Bastian. Die Beziehung ins Eichsfeld in Thüringen entstand Anfang der 90er Jahre, der Kontakt sei nochmal verfestigt worden. „Die Hildebrandhauser werden vom 6. bis zum 8. September bei uns in der Gemeinde Molbergen zu Gast sein.“ Verbindungen wie zum Beispiel über einen Schüleraustausch gibt es auch mit der Stadt Assen in den Niederlanden.
In Lastrup hat es laut Bürgermeister Michael Kramer im Jahr 2014 einmal erste Kontakte zu einer möglichen Partnerstadt in Benin in Westafrika gegeben. Das habe sich allerdings als nicht zielführend herausgestellt. „Weitere Aktivitäten hierzu werden auch derzeit nicht angestrebt“, so Kramer.
In Emstek gibt es derzeit ebenfalls keine Ambitionen für eine Städtepartnerschaft. Seit 2007, dem Amtsantritt von Bürgermeister Michael Fischer, sei das auch nie Thema gewesen. „Wahrscheinlich hat es einfach keine Beziehungen zwischen Vereinen oder Schulen gegeben, aus denen sich oftmals solche Partnerschaften entwickelt haben.“
