Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Umweltfreundlich In Stapelfeld Akademie verpflichtet sich dem Schutz der Schöpfung

Stapelfeld - Ein Schnittblumenbeet für die eigene Blumen-Deko, Honig und Nutella nicht mehr in Einwegportionen, o Prozent Atomstrom und 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien – die Katholische Akademie in Stapelfeld ist und wird umwelt- und klimafreundlicher. Dafür ist sie am Dienstagnachmittag von Thomas Kamp-Deister, Referatsleiter Schöpfungsbewahrung im Bistum Münster, ausgezeichnet worden.

Als Kirche Vorbild sein

Mit der Teilnahme der Akademie an der Zertifizierung „Zukunft einkaufen – Glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“ wolle man zur Bewahrung der Schöpfung beitragen, den fairen Handel stärken, für Gerechtigkeit sorgen und die Glaubwürdigkeit der Kirche stärken, sagte Dr. Martin Feltes, Pädagogischer Direktor der Akademie. „Mit unserer Marktmacht können wir etwas bewirken. Als Kirche sind wir ein großer Player auf dem Markt“, ergänzte Dr. Franziska Zumbrägel, Leiterin des Umweltzentrums an der Akademie.

Die studierte Biochemikerin war Teil der Arbeitsgruppe, die sich mit der Zertifizierung und der Umstellung der Prozesse innerhalb der Akademie befasst hatte. Im September 2018 wurde damit begonnen, alles auf den Kopf zu stellen, um den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Rund 30 000 Besucher und 25 000 Übernachtungen zählt eine der größten Heimvolkshochschulen in Niedersachsen im Jahr.

Caritasverband auch zertifiziert

Auch der Vorstand des Landes-Caritasverbandes für Oldenburg aus Vechta hat am Dienstag die Zertifizierung entgegengenommen. Insgesamt 93 Einrichtungen aus dem Bischöflich Münsterschen Offizialat sind dabei, davon alleine 18 katholische Einrichtungen im Oldenburger Land.

In der Caritas-Zentrale wurde beispielsweise der Energie- oder Wasserverbrauchermittelt. Es wurde errechnet, wie viel Abfall pro Mitarbeiter anfällt und wie viel Papier jeder Mitarbeitende verbraucht.

Ökologisch, fair, regional und sozial sind die neuen Kriterien für die Beschaffung, Bewirtung, Reinigung und Entsorgung. Außerdem werden in der Caritas-Zentrale umweltfreundlichere, große Getränkeflaschen und Umweltpapier benutzt. Der Landes-Caritasverband hat auf Ökostrom umgestellt.

Zuerst wurde ein Ist-Stand erhoben. „Durch die Check-Listen des Programms sind wir ins Nachdenken gekommen, haben schon da Verbesserungsmöglichkeiten und Ideen gesponnen. Wir haben aber auch gesehen, dass wir gut dastehen“, so Zumbrägel. Ins Boot geholt wurden alle 84 Mitarbeiter, die Umstellungen kamen bei ihnen gut an, sagte Feltes. „Die Mitarbeiter der Akademie haben durch das erhöhte Umweltbewusstsein auch das Gefühl, Vorbild und glaubwürdig zu sein“, berichtete der Pädagogische Direktor. „Gerade die Küchen-Mitarbeiter wurden für die Umstellung bei ihrer Ehre gepackt und durch die Zertifizierung belohnt. So konnten sich viele mit der Kirche identifizieren“, ergänzte Kamp-Deister.

Weniger Müll

Und was wurde ganz praktisch verändert, was auch in „normalen“ Haushalten umgesetzt werden kann? Um Müll zu reduzieren, wird bereits auf Müllbeutel in Papierkörben verzichtet, am Buffet werden Honig und Nutella mit einem Portionierungssystem ausgegeben. Auf Rasenflächen wurden Frühblüherinseln angelegt, es gibt bereits eine Streuobstwiese auf dem Gelände. Im Büro wurde auf Recyclingpapier umgestellt, einseitig bedrucktes Papier kann als Schmierpapier verwendet werden.

„Bei einigen Ideen haben wir offene Türen eingerannt. So wollten wir ein Schnittblumen-Beet für den Hausschmuck anlegen. Das fand die stellvertretende Hauswirtschaftsleiterin super, zumal es dafür schon ein Beet gibt“, erläuterte Zumbrägel. Nicht so leicht umzusetzen sei allerdings das Thema Wassersparen. Denn die alten Leitungen seien nicht unbedingt für die modernen Spar-Systeme geeignet. Und so muss hier wohl auf umfangreiche Sanierungsmaßnahmen gewartet werden.

Fair gehandelter Kaffee nach Bio-Standards sollte außerdem Einzug in die Akademie halten. „Wir waren skeptisch, ob das schmeckt und haben dann eine Verkostung gemacht“, berichtete Willi Rolfes, Geschäftsführender Direktor der Akademie. Und der Kaffee schmeckte. Außerdem gibt es wöchentlich einen Veggie-Day. „Das haben wir nicht ideologisch gefärbt und beworben. Sondern einfach auf die Karte gesetzt“, so Rolfes. Denn in der Küche soll weniger, dafür qualitativ besseres Fleisch aus Offenställen bezogen werden.

Einige Veränderungen müssen erst noch angegangen werden. In drei Jahren wird Thomas Kamp-Deister dann wieder auf der Matte stehen, um die Nachhaltigkeit und das Umweltbewusstsein in der Akademie zu prüfen. „Das Team muss dran bleiben, das ist wichtig.“

Wer sich den beeindruckenden Maßnahmenkatalog der Katholischen Akademie anschaut, dürfte daran keine Zweifel haben.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Nach Zündung der beiden Sprenglandungen sackte der Kran zusammen und fiel wie geplant zu Boden.

RHENUS MIDGARD Kran im Nordenhamer Hafen gesprengt

Nordenham
Zieleinlauf beim Matjeslauf in Emden 2023

VOLKSLÄUFE IM NORDWESTEN IM JUNI – TEIL 1 Von 5 Kilometer bis 6 Stunden – Elf Startgelegenheiten bis zu den Sommerferien

Mathias Freese
Nordwesten
Sind in diesem Sommer früh wieder gefordert: Jan Urbas (links) und Nicholas Jensen

FISCHTOWN PINGUINS Erfolge bescheren Bremerhavener Eishockey-Team dichten Terminplan

Hauke Richters
Bremerhaven
Nimmt im Sommer erstmals an den Olympischen Spielen teil: der Oldenburger Jannis Maus

„ICH WILL MÖGLICHST VIEL AUFSAUGEN“ Oldenburger Kitesurfer Jannis Maus fiebert Olympia-Premiere entgegen

Niklas Benter
Oldenburg
Mit Bildergalerie
Da wird die Deckenlampe zum Duschkopf: Das Wasser kommt durch die Decke und läuft an den Wänden hinunter.

ALBTRAUM-WOHNUNG IN WESTERSTEDE Bei jungem Paar strömt das Wasser aus der Deckenlampe

Anke Brockmeyer
Westerstede